HNA-Interview

Comedy-Pop-Duo Die Feisten: Sommer im Park ist ihr Zuhause

Mit ihrem A-cappella-Trio Ganz schön Feist wurden Matthias Zeh und Rainer Schacht einst bekannt. Nun sind sie als Die Feisten erfolgreich und gastieren beim Vellmarer Sommer im Park.

Im neuen Programm „Nussschüsselblues“ des heimischen Comedy-Pop-Duos Die Feisten vergeht einem der Spaß am Knabbern. „Keime, Viren, Bakterien machen in der Nussschüssel Ferien“, heißt es im gleichnamigen Hit, der bei Youtube mehr als 70 000 Klicks hat. Am 17. Juli gastieren Mathias Zeh und Rainer Schacht, die bis 2013 als A-cappella-Trio Ganz Schön Feist erfolgreich waren, beim Vellmarer Festival Sommer im Park. Wir sprachen mit dem in Kassel lebenden Zeh (54), der sich nur C nennt.

Ist das Zelt beim Vellmarer Festival Sommer im Park so etwas wie Ihr Wohnzimmer? 

Mathias Zeh: Das kann man sagen. Bereits mit Ganz schön Feist waren wir oft dort. Die Atmosphäre ist herausragend, das Umfeld stimmt. Wenn man als Künstler in den Backstage-Bereich kommt, wird man gebauchpinselt. Das ist wie Nachhausekommen. Auch deshalb verzichten wir auf eine Generalprobe vor der Premiere des neuen Programms. Das macht es auch für uns spannend. Unser Publikum steht nicht auf absolute Perfektion, sondern auf ein gepflegtes Maß an Ungeplantheit.

Derzeit arbeiten Sie in einem Ferienhaus in Veckerhagen im Reinhardswald an neuen Songs. Warum geht das in der Abgeschiedenheit so gut? 

Zeh: Weil wir durch den Alltag viel Müll im Kopf haben und den auskippen müssen, bevor wir kreativ sein können - das funktioniert am besten in der Einsamkeit. Nicht einmal Handy-Empfang gibt es dort. Das ist eine wunderbare Entschleunigung. Man merkt, wie überflüssig die meisten Nachrichten doch sind, die man rund um die Uhr bekommt.

Und wenn Ihnen doch zu einsam wird, gehen Sie abends in die Dorfkneipe? 

Zeh: Meistens landen wir beim Textildiscounter Kik. Ansonsten gibt es hier nicht viel. Aber das ist genau das, was wir brauchen. In Kassel wohne ich auch im ruhigen Habichtswald. Dort kann ich schreiben und jederzeit Musik machen, ohne jemanden zu stören.

Mit A-cappella-Musik stört man doch niemanden. Das ist ja kein Death Metal. 

Zeh: Jede Musik kann stören, wenn man seine Ruhe haben will. Wir machen aber auch gar keine klassische A-cappella-Musik mehr. Ein, zwei Songs präsentieren wir nur mit unseren Stimmen, ansonsten spannen wir einen großen musikalischen Bogen. Das Ganze heißt jetzt Zwei-Mann-Song-Comedy. Würde man es genau beschreiben wollen, müsste man 15 Begriffe verwenden.

Essen Sie gern Nüsse? 

Zeh: Ja, nur weil wir in „Nussschüsselblues“ darüber singen, welche kleinen Lebewesen in einer Nussmischung sind, heißt das nicht, dass wir das selbst nicht essen. Viele denken, unsere Lieder würden auf eigenen Erfahrungen beruhen. Bei manchen Songs stimmt das, aber das Meiste ist an den Haaren herbeigezogen.

Sie haben auch eine Anti-Fußball-Hymne, in der Sie gestehen, dass Ihnen das Gekicke komplett egal ist. Werden Sie die auch singen, wenn Deutschland Europameister wird? 

Zeh: Auf jeden Fall, und zwar mit Kerzen und allem drum und dran. Rainer und ich gucken beide gern Fußball. Das Stück haben wir geschrieben, weil alle zwei Jahre all die Fußballlieder aus dem Boden sprießen, um uns auf die großen Turniere einzustimmen. Wir wollten mal genau das Gegenteil machen und ein Lied für all die schreiben, die keinen Fußball mögen. Darauf gab es positivste Rückmeldungen - sogar von Fußball-Fans.

Die Feisten: 17. Juli, 19 Uhr, Sommer im Park, Brüder-Grimm-Straße, Vellmar. Tickets: 0561/203-204. Alle anderen Festival-Termine gibt es hier: www.piazza.ddticket.de

Zur Band

Mitglieder: Mathias Zeh alias C (links) und Rainer Schacht.

Gegründet: 2013, nachdem Zeh und Schacht zuvor mit Christoph Jess riesige Erfolge als Göttinger A-cappella-Trio Ganz Schön Feist gefeiert hatten.

Privates: Der gelernte Masseur Zeh lebt mit seiner Freundin im Kasseler Habichtswald, Schacht in Mannheim.

Weitere Informationen zu der Band gibt es unter www.diefeisten.de

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