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Corinna Rosteck und Eberhard Szejstecki in der Agentur Melchior

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Faszination der Bewegung
Faszination der Bewegung: Ein Motiv von Corinna Rosteck aus ihrer Serie „Sehnsucht“. © Galerie Melchior

Kassel. Schwerelos leicht ist der Tanz, ein flüchtiger Moment des Vorbeiziehens, den die Fotografin Corinna Rosteck in ihren Arbeiten festgehalten hat: Bei Pina Bausch hat sie die Tänzer wochenlang bei ihrer Arbeit beobachtet und großformatige Bilder vom Augen-Blick einer Bewegung geschaffen.

Festgehalten in einer Mehrfachbelichtung, scheint in ihrer Foto-Sequenz „Sehnsucht“ eine Tänzerin wie aus Zeit und Raum herausgelöst, entführt sie den Betrachter in eine imaginäre Traumwelt.

Corinna Rosteck, die jetzt in der Kunstagentur Melchior ihre Werke zeigt, kreiert mit ihren zeitgenössischen Fotografien ein sinnliches Spiel aus Licht, Farbe und Bewegung. Von der Malerei kommend, gelingt es ihr, die Grenzen zwischen den Medien zu verwischen. Diese Fotografin malt mit ihrer Kamera. Möglich wird dies auch durch eine spezielle Technik: Mit einer Berliner Druckerei hat Rosteck ein Verfahren entwickelt, mit dem sie die Fotografien auf Aluminiumplatten drucken lässt. Das verleiht den Bildern Licht und Tiefe.

Auch Rostecks Arbeit bei den Proben zum Kasseler Tanztheater „Orpheus“ zeigt einen besonderen Blick auf die Produktion.

„Balance“ hat die Galeristin Karin Melchior ihre Doppelausstellung genannt und stellt den poetischen Fotoarbeiten Rostecks die kleinen Skulpturen des Bildhauers Eberhard Szejstecki gegenüber: Auch er ein Meister im akribischen Arbeiten der Oberfläche, im Schwingen zwischen den künstlerischen Ausdrucksformen.

Szejstecki schafft seine Archetypen von Kämpfern und Kriegern, von Tröstern und Verliebten mal aus Bronze und mal aus Terrakotta: Letztere Figuren überzieht er zudem mit einer leichten Farbigkeit, ritzt ihnen Gesichter und Texte ein, gibt ihnen eine visuelle Mehrdeutigkeit mit.

Seine Menschlein, postiert auf Sockeln und Podesten, umgibt immer auch ein Hauch Humor und ein Anflug von grübelnder Nachdenklichkeit. Dieses Klein-sein und Groß-sein-wollen, dieses träumende sich aus der Welt Wegstehlen, macht den Reiz der Menschenfiguren Szejsteckis aus.

Terrasse 15, bis 20.12., Di und Mi, 15 - 18 Uhr, und n. V., Tel. 0561/1 67 30, info@galeriemelchior.de

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