Gala in der Hansestadt

Deutscher Radiopreis in Hamburg - Sonderpreis für a-ha

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Die Musiker von a-ha dürfen sich in Hamburg einen Sonderpreis abholen.

Hamburg - Radiomacher im Rampenlicht: Stars wie die norwegische Band a-ha sind am Donnerstagabend zur Verleihung des Deutschen Radiopreises nach Hamburg gekommen.

In einer Gala vor rund 1000 geladenen Gästen erhielten Hörfunkmacher am Donnerstagabend in elf Kategorien den Deutschen Radiopreis. Prominente Laudatoren gratulierten den Gewinnern, darunter Schauspielerin Iris Berben, der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler und die TV-Moderatoren Sandra Maischberger und Jörg Pilawa. 67 öffentlich-rechtliche und private Sender übertrugen die Show live.

Bei der sechsten Verleihung der undotierten Auszeichnung hofften 33 Nominierte in verschiedenen Sparten auf Trophäen - auf die Band a-ha wartete ein Sonderpreis. Stars nutzten ihre Auftritte im Hafen, um an das Schicksal der vielen Flüchtlinge zu erinnern. Mit eindringlichen Worten wandte sich Schauspielerin Iris Berben gegen Fremdenhass: „Der Mob muss Angst bekommen - nicht die Flüchtlinge“, sagte die 65-Jährige. „Ich lebe gerne in diesem Land und ich lasse es mir nicht kaputtmachen“, meinte sie. „Lasst uns viele sein und lasst uns laut sein.“

Rockmusiker Udo Lindenberg, der wie Berben als Gratulant in der von Entertainerin Barbara Schöneberger moderierten Show im Schuppen 52 - einer ehemaligen Lagerhalle - auftrat, appellierte an die Deutschen, weiterhin so viel positives Engagement für Flüchtlinge zu zeigen. „Das wird immer mehr eine echte bunte Republik Deutschland“, lobte der 69-Jährige. „Es gibt noch ein paar dunkle Flecken, aber die kriegen wir auch noch weg“, meinte er unter dem Applaus des Publikums und kündigte eine „große machtvolle Demonstration“ an, die er gemeinsam mit anderen Musikerkollegen auf die Bühne bringen will.

Um Flüchtlinge ging es auch in der besten Reportage, die 105,5 Spreeradio mit „Schlepperbanden - Menschenleben werden Ware“ lieferte. Mehr als ein Jahr dauerten die Recherchen, um die Routen der Schlepperbanden nachzuzeichnen und handelnde Personen zur Rede zu stellen, hieß es. Doch am Ende bleibe die Frage: „Sind Schlepper skrupellose Verbrecher oder Helfer in der Not?“ Den Preis überreichte der ehemalige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler. Deutschland mache zur Zeit eine gute Präsentation der Menschlichkeit und Humanität, sagte der 85-Jährige. Das sehe die ganze Welt, das sei das wirkliche Deutschland.

So bekannt die Laudatoren auch waren, die Preisträger beim Radiopreis selbst sind oft nicht über ihre Sendergebiete hinaus prominent. Erst recht nicht als Newcomer - in dieser Kategorie siegte Moderatorin Julia Bamberg (radio ffn). Sie bekam ihren Preis von TV-Moderatorin Sandra Maischberger, von Schöneberger wegen ihres Lächelns als „Mona Lisa der ARD“ begrüßt. Ihr Lächeln konnte man vor 30 Jahren noch nicht sehen: Genau so lange sei es her, dass sie beim Bayerischen Rundfunk erstmals im Studio saß und „noch selbst Schallplatten aufgelegt habe“, erzählte die 49-jährige Maischberger.

Musiker Rea Garvey berichtete, wie es sich anfühlte, erstmals den eigenen Song im Radio zu hören („Das ist der Traum!“), und konnte Bayern 3 zur besten Sendung beglückwünschen: „Die Stefans“. Nach den Anschlägen auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris Anfang des Jahres erzählten in der Sendung unter dem Thema „Drei Religionen, ein Humor“ ein Christ, ein Muslim und ein Jude Witze über den eigenen Glauben - „eine hörenswerte Sendung mit Humor und Fingerspitzengefühl zu einem heiklen Thema“, wie die Jury meinte.

Den ersten Preis des Abends nahmen zwei Moderatoren entgegen, die auch im Radio zu den Ersten des Tages gehören: Andreas Kuhlage und Jens Hardeland gewannen mit der „N-Joy Morningshow“ als beste Morgensendung. Als beste Moderatoren siegten Thorsten Schorn (1Live/WDR) und Siham El-Maimouni (WDR Funkhaus Europa). Weitere Auszeichnungen gab es etwa für das beste Interview und die beste Comedy. Während Olly Murs, George Ezra und Kwabs nur im Showprogramm auftraten, standen a-ha auch als Preisträger auf der Bühne - für ihre drei Jahrzehnte lange „außergewöhnliche Karriere“.

137 Programme hatten Produktionen in den Wettbewerb geschickt. Eine vom Grimme-Preis berufene Jury wählte die Nominierten und schließlich die Gewinner aus.

dpa

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