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BAP-Sänger Niedecken besuchte die documenta

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© HNA/Malmus

Kassel. Wolfgang Niedecken, Frontmann der Kölner Rockband BAP, hat am Donnerstag die documenta besucht. Der 61-Jährige – selbst studierter Künstler und Maler – sagte, er sei „überrascht“ von der Qualität der Schau.

Nach dem, was ich im Vorfeld gehört habe, „dachte ich, das wäre ziemlicher Unfug“. Seit 1972 hat Niedecken jede documenta in Kassel besucht. Seine Sonnenbrille wollte er im Freien fürs Foto mit Verweis auf seinen Heuschnupfen nicht absetzen. „Da sehe ich sofort aus wie ein verschnupftes Kaninchen.“

1972 war Wolfgang Niedecken, damals noch Student der freien Malerei in Köln, zum ersten Mal auf der documenta. Die Ausstellung von Harald Szeemann habe sein Leben verändert, sagte der 61-Jährige, der gestern wieder der Kunst wegen in Kassel weilte. „Plötzlich war alles anders“, erinnerte er sich an die documenta 5. In dem dicken organefarbenen Katalog blättere er immer noch, erzählte der gut aufgelegte BAP-Sänger.

Fotos vom Niedecken-Besuch auf der d13

Von der documenta 13 sei er positiv überrascht, sagte Niedecken, der gestern für einen Drehtermin mit dem Kultursender 3sat auf der Ausstellung unterwegs war. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut ist.“ Mit Carolyn Christov-Bakargievs Aussagen zum politischen Bewusstsein von Hunden habe er nicht anfangen können. „Wozu braucht man den Kokolores?“ Die Kunst selbst habe ihn jetzt aber überzeugt. Besonders gut habe ihm das Kunstwerk von Yan Lei in der documenta-Halle gefallen, bei dem die Bilder nach und nach einfarbig übermalt werden. „Da habe ich nichts dran zu kritisieren“, sagte der Kunstkenner, der selbst schon große Ausstellungen hatte. „Grauenhaft“ fand Wolfgang Niedecken hingegen den Schrotthaufen am Kulturbahnhof.

„Das ist sowas von gestrig, damit konnte man vielleicht Anfang der 60er-Jahre noch provozieren. Aber heute kann man das doch nicht mehr bringen.“ Der 61-Jährige, der im November einen Schlaganfall erlitten hatte, wirkte gut in Form und entspannt. Er trägt jetzt Bart. Während der Krankheitsphase habe er sich nicht rasieren können, erzählte er. Danach habe er den Bart stehen lassen. „Hauptsache, es gefällt mir und Frau Niedecken.“ (rud)

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