Drei Tage junge Musik in der Stadt

So war das NDR2-Soundcheck-Festival in Göttingen

+
Starke Auftritte in der Lokhalle: Mark Forster war der umjubelte Headliner.

Göttingen. Die Uni-Stadt Göttingen wurde drei Tage lang zur NDR2-Soundcheck-City. Wir haben das dreitägige Festival beobachtet.

Das große Finale

7000 in der heißen Lokhalle sahen am Samstag die „Musikszene Deutschland“ – ein dreistündiges Spektakel mit Überraschungen und diesmal ohne weibliche Stars. Philipp Poisel, Tim Bendzko, Max Giesinger, Gentleman, Mark Forster und Topic ließen nicht gerade Tempo-Musik erwarten. Aber: Vor allem Tim Bendzko und Mark Forster überraschten mit frischen Songs und vor allem mit Mega-Bandbesetzungen samt Bläsern und Streichern (Bendzko).

Tim Bendzko (links) kam mit großer Besetzung.

Ergebnis waren kraftvolle Auftritte und Versionen älterer Songs wie „Au Revoir“ (da tanzten sogar die Sound-Mixer) und „Flash mich“. Forster und Bendzko gehen neue Wege – mit mehr handgemachter Band-Musik. In der Lokhalle wurden beide, vor allem aber Forster, dafür abgefeiert. Max Giesinger brachte die Halle bei „80 Millionen“ zum kollektiven Mitsingen, Gentleman mit seinem Hip-Hop-Rap-Reggae sogar alle zum Hüpfen. Er lieferte mit Marleys „Redemption Song“ Gänsehautmomente. Philipp Poisel tat sich schwerer, wurde aber auch umjubelt. DJ Topic fiel ab. Fazit: Drei starke Stunden deutsche Musik.

Die Bühnen

21 Künstler an drei Tagen in vier Hallen und auf der Open-Air-Bühne City-Stage mit 6000 Plätzen: Der NDR2-Soundcheck ist weiter gewachsen. Die Stadthalle bestätigte wieder einmal ihre schwierige Akustik. So war Bosse beim starken Auftaktkonzert oft nur schwer zu verstehen. Wieder überragend waren die Akustik und Auftritte im Deutschen Theater.

Atmosphäre, Sicherheit

Gentleman brachte Tausende zum Hüpfen.

Überragend. Göttingen war für drei Tage Musikstadt. Viele Gäste kamen von außerhalb, vor allem aus dem Raum von Kassel bis Hildesheim und Thüringen. Hotelbetten waren schwer zu bekommen. Die kurzen Wege – gekennzeichnet durch Sterne auf den Gehwegen – prädestinieren Göttingen für das Festival. Natürlich war die Sicherheit nach den Anschlägen von Paris bis Ansbach ein Thema. Die Kontrollen wurden intensiviert, aber nicht so, dass die Stimmung beim Festival litt.

Stars und Überraschungen

Manche werden als Sternchen verpflichtet, und bis zum Auftritt beim Soundcheck sind sie Stars. So Shawn Mendes (mit hohem Kreischfaktor), der zuvor den Madison Square Garden in New York gefüllt hatte, und Zara Larsson, die mit David Guetta die Fußball-EM in Paris eröffnet hatte. Überraschungen waren ganz klar „Walking On Cars“ im Deutschen Theater und „The Strumbellas“ kostenlos auf der Open-Air-Bühne. Potenzial hatten alle, wie auch Adesse, Jamie Lawson und Matt Simons.

Die Preise

Günstig: Drei Stunden in der Lokhalle für 30 Euro, die einstündigen Einzelkonzerte für 15 Euro.

Nächster NDR2-Soundcheck in Göttingen: 14.-16.9.2017.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.