20.000 Besucher in Eschwege

Festival der Gegensätze: Open Flair mit Fanta Vier

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Große Emotionen: Thomas D (von links) und Michi Beck von den Fantastischen Vier.

Eschwege. Auch in diesem Jahr lockten große Acts wie die Fantastischen Vier die Massen zum Open Flair nach Eschwege. Die wirklichen Perlen kann man jedoch abseits der großen Bühne entdecken.

Raus aus dem Regenponcho, rein in den Werratalsee. Weg von der Bühne mit Metalcore-Gebrüll, hin zum lustigen deutschen Spaß-Pop. Das Open Flair in Eschwege präsentiert sich in diesem Jahr als ein Festival der Gegensätze. Gerade musikalisch tut sich ein Teil der etwa 20.000 Zuschauer damit manchmal schwer.

Die Topacts 

Lieferte ab: Andrew Stockdale von Wolfmother.

Die Metalcoreband Parkway Drivelässt am Freitagabend die Bühne auf dem Werdchen brennen. Und zwar richtig. Kaum ein Song - die meisten vom aktuellen Album „Ire“ -, der nicht mit einer beeindruckenden Flammenshow kombiniert wird. Das lenkt ein wenig von der Musik ab, was schade ist. Denn die Australier sind in Topform, spielen ihre vielen Breaks auf den Punkt und dass Sänger Winston McCall es schafft, sich gleich zwei Wochen am Stück jeden Abend so die Seele aus dem Leib zu brüllen - das ist schon beeindruckend. Insgesamt ist die Musik dann aber doch so speziell, dass das Publikum vor der riesigen Hauptbühne überschaubar bleibt.

Anders am Samstag. Mit den Fantastischen Vier beschließt eine Band den Tag, auf die sich irgendwie alle einigen können. Viele sind allein wegen ihnen angereist und die Stuttgarter Rapper geben den Fans das, was sie hören wollen: Hits, Hits, Hits aus 27 Jahren Band-Karriere. Die purzeln direkt zu Beginn mit „25“ und „Danke“.

Die Klassiker kommen gegen Ende, selbst der von der Band ungeliebte 90er-Jahre-Überhit „Die da“ wird nicht ausgelassen. Wer schon so lange auf der Bühne steht wie Smudo, Thomas D, Michi Beck und And.Ypsilon, der weiß, wie man abliefert. An einigen Stellen wirkt das einen Tick zu professionell, spontane Ansagen zu einstudiert.

Die Fanta-Show ist eine Hochglanzproduktion, mit riesiger LED-Wand auf der Bühne, die nicht jedem gefällt, denn der große Monitor neben der Bühne bleibt stattdessen aus. Schlecht für die Zuschauer in den hinteren Reihen, die die Musiker so nur künstlerisch verfremdet zu Gesicht bekommen.

Das Restprogramm 

Parkway-Drive-Sänger Winston McCall.

Die wirklichen Perlen auf diesemFestival findet man oft jenseits der großen Bühnen. Samstagmittag passiert so ein typischer Open-Flair-Moment. Ex-Jupiter-Jones-Sänger Nicholas Müller spielt mit seiner neuen Band Von Brücken im Baumkreis und begeistert mit seinem klugen Deutsch-Pop ein für diese Zeit ungewöhnlich großes Publikum, das sich nach drei Tagen Festival auf die ständigen Wetterkapriolen eingestellt hat. Vom Regenguss bis zur sengenden Hitze war alles dabei.

In letzterer war das Flair bereits am Mittwoch mit dem Konzert der Überraschungsband - den Donots - gestartet. Was folgte, waren unterer anderem mitreißende Shows von Bosse, Madsen und Wolfmother sowie Auftritte von dutzenden Kleinkünstlern quer durch die Eschweger Innenstadt.

Am Sonntag sollten die Nu-Metal-Ikonen Limp Bizkit das Wochenende beschließen. Um 0 Uhr begann der Vorverkauf für das kommende Jahr.

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