Zärtliche Gesangsstimme

Heimspiel mit Gefühl: Musikerin Christina Lux im Theaterstübchen

Bot einen persönlichen Abend: Die aus Kassel stammende Musikerin Christina Lux. Foto: Zgoll

Kassel. Konzerte mit Christina Lux sind wie auf dem Sofa liegen und sich den Rücken kraulen lassen. Ihre Musik, ihre soulig dunkle, zärtliche Gesangsstimme, ihr Gitarrenspiel, aber auch ihre persönliche Art, wie sie über sich und das Leben sinniert und sich mitteilt, hat Wärme und lächelnde Melancholie.

Am Donnerstag durfte man die in Köln lebende Künstlerin mal wieder in Kassel erleben. Im bestens gefüllten Theaterstübchen und an der Seite von Stephan Emig und Andreas Hillesheim. Schlagzeuger Emig stellte seine Vielseitigkeit unter Beweis, aber auch seinen Humor, als er auch Oberschenkel und Oberkörper in seine Soli mit einbezog. Hillesheim begleitete einfühlsam auf dem Keyboard.

Es war ein Konzert, wie man es erwartet hat. Also musikalisch einfach schön und zudem von menschlicher Wärme und Poesie geprägt. Die meisten Stücke stammten von Christina Lux’ aktueller CD „Playground“, einige auch von älteren Alben. Zwischen den Liedern: Bekenntnisse, Einsichten, Botschaften - Christina Lux eben, persönlich wie eine Freundin. Eine Künstlerin, mit der man auch nach dem Konzert gern zusammensitzen würde.

Vor jedem mit Hingabe gesungenen Lied gab die 49-Jährige Einblicke in ihre Gefühlswelt: „Wie schnell der Nachwuchs groß wird. Plötzlich sitzt er neben dir im Auto - auf dem Fahrersitz und Mutti muss beim Einparken größeren Schaden verhindern.“

Auch wie das Internet unsere Gesellschaft verändert, beunruhigt sie: „Wir begreifen doch nur langsam, was da abgeht.“ Fast erleichtert schiebt sie nach: „Ihr seid hier und nicht virtuell - das ist ein gutes Zeichen.“

Immer wieder schickt sie auch Aufforderungen, sanfte Stupser, sich in Bewegung zu setzen, ins Auditorium: „Wege entstehen dadurch, dass man sie geht. Aber man muss auch losgehen.“ Das Publikum lauscht mucksmäuschenstill und kommt bei ihrer Musik zur Ruhe, wie auf einem Sofa.

Lang anhaltender Applaus und als Zugabe eines ihrer bekanntesten Stücke „Arms Wide Open“ (in Deutsch: „mit offenen Armen“).

Von Steve Kuberczyk-Stein

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.