1. Startseite
  2. Kultur

Herzhaft frisch

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Kassel. „Lieder im Freien zu singen“ - dieser Aufforderung Mendelssohn-Bartholdys kam der Universitätschor nicht nach, sondern zog den fast voll besetzten Konzertsaal der Universität für die Präsentation seines A-cappella-Programms vor.

Trotz der ständig wechselnden Besetzungen stellte sich der dieses Mal kleine Chor als geschlossene Einheit vor - mit gut geschultem Chorklang. So konnte es sich der Dirigent Andreas Cessak leisten, die Strophenlieder abwechslungsreich zu gestalten, dabei intensiv auf Wort und Inhalt eingehend.

Rhythmische Anleihen an die Renaissance brachten die Chorsätze aus der Jugend- und Singbewegung des 20. Jahrhunderts. Zusätzliche Abwechslung ergab sich aus den verschiedenen Besetzungen. „So treiben wir den Winter aus“ passte nicht nur zu den äußeren Temperaturen, sondern wurde auch glaubhaft vom Männerchor vorgetragen. Der Frauenchor folgte mit „Wach auf, meins Herzens Schöne“ und dem eindrucksvoll verhalten-wohlklingend gesungenen „Komm Trost der Welt“. Gemeinsam dann herzhaft frisch „Wieder einmal ausgeflogen“.

Hannah Römer (Klavier) und Sebastian Vogel (Bariton) musizierten drei auf Volksweisen basierende Kompositionen von Johannes Brahms. Der geradlinige und ungekünstelte Vortrag von Sebastian Vogel wurde besonders beim „Schwesterlein“ den Vorstellungen von Brahms gerecht, von Hannah Römer ergänzend begleitet.

Zwei zeitnahe Bearbeitungen bildeten den Schluss: „Es geht eine dunkle Wolk“ mit Harmonien, die uns heute schon nicht mehr fremd vorkommen, und das durch zahlreiche Wortmalereien bezaubernde „Es klappert die Mühle“. Das als Zugabe ohne Dirigenten gesungene „Ich fahr dahin“ ließ das Konzert ausklingen.

Von Gerhard Raßner

Auch interessant

Kommentare