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Hymnen für die Ewigkeit: Die Puhdys feierten in Baunatal ihr 40-jähriges Bestehen

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Viel nostalgische Herzlichlichkeit: Frontmann Dieter Birr und seine Puhdys-Kollegen ließen sich in der Baunataler Stadthalle feiern. Foto: Fischer
Viel nostalgische Herzlichlichkeit: Frontmann Dieter Birr und seine Puhdys-Kollegen ließen sich in der Baunataler Stadthalle feiern. Foto: Fischer

Baunatal. Die Puhdys sind schon eine ganz besondere Rockband. Gegründet 1969 in Oranienburg in der DDR, manövrierte man sich recht erfolgreich durch die politisierte Welt der Musik, die von Auftrittsverboten, überwachten Auslandskonzerten und Sprachquote geprägt war. Auch nach der Wende blieb man am Ball, neutralisierte seine Vergangenheit, indem man die Biografie auf die privaten Erfahrungen reduzierte.

Dass sie jetzt ihr 40. Bühnenjubiläum mit einer Akustik-Tour feiern, verdient höchste Anerkennung. Wen es nach so vielen karrieristischen Pokerrunden noch nicht vom Spieltisch getrieben hat, der hat ein gutes Blatt auf der Hand. Frontmann Dieter „Maschine“ Birr und seine Kollegen zeigten sich bei ihrem Konzert in der gut gefüllten Baunataler Stadthalle völlig unbeeindruckt vom Zeitgeist, der von künstlerischer Kurzlebigkeit geprägt ist.

Schneller, höher, weiter ist da die Devise - und der Nächste bitte. Die Puhdys setzen dagegen auf Parolen wie „Alt wie ein Baum“ und widmen sich ganz der Qualität des Dauerhaften. Wenn sie sich auch mit ihrem neusten Werk „Weiter, weiter“ dem emotionalen Hochgeschwindigkeitswahn moderner Prägung anbieten. Doch es war nur ein kleiner Spritzer in einem Programm, das von nostalgischer Herzlichkeit geprägt war.

Aus dem Holzmichel formte man für den 67 Jahre alten Keyboarder Peter „Eingehängt“ Meyer die Satzzeile „Und lebt denn der alte Holzmeyer noch“ Mit „Frage der Ansicht“ schob man einen fröhlich-pfiffigen Schunkelwalzer durch das Publikum. Die „Eisbären“ durften natürlich auch nicht fehlen.

Doch da standen die Fans längst und begleiteten klatschend die Hymnen für die Ewigkeit. Mit kumpelhafter Routine und eingespielter Souveränität glänzten die alten Herren mit den Spitznamen Peter „Bimbo“ Rasym (Bass), Dieter „Quaster“ Hertrampf (Gesang, Gitarre) und Klaus Scharfschwerdt (Schlagzeug). Dazu kam die junge Verstärkung aus den eigenen Reihen mit Andy Birr (Gitarre), Nick Scharfschwerdt (Percussion) und Conrad Oleak (Piano).

Der Abend brachte außer guter Musik und guter Laune auch die Erkenntnis, dass mit den Puhdys noch lange zu rechnen ist.

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