Andrea Berg über ihr neues Album und die guten Seiten des Dieter Bohlen

Andrea Berg im Interview: Privat in Gummistiefeln

Elf Millionen verkaufte Alben, ausverkaufte Tourneen und mit 44 kein bisschen leise. Andrea Berg ist ein Phänomen. Warum die Schlagersängerin zu Hause lieber Gummistiefel als knappe Lederkluft trägt, und warum ihr neues Album „Schwerelos“ im Vergleich zu den bisherigen Produktionen aus der Reihe fällt, verrät sie im Interview.

Frau Berg, was macht Ihr neues Album „Schwerelos“ aus?

Andrea Berg: „Schwerelos“ ist mittlerweile mein 14. Album, aber irgendwie auch mein erstes. Denn es ist die erste Platte, die ich nicht mit Eugen Römer produziert habe wie alle bisherigen, sondern mit Dieter Bohlen. Er ist ein sehr sensibler Produzent und hat von Anfang an gesagt: „Andrea muss Andrea bleiben.“ Er wollte das Projekt nicht aus dem Ruder laufen lassen.

Was hätte denn aus dem Ruder laufen können?

Berg: Viele hatten Angst, dass ich jetzt wie Modern Talking oder Mark Medlock klinge. Aber diesen Schrecken kann ich ihnen nehmen. Ich habe an allen Songs mitgearbeitet und mich inzwischen richtig in das Album verliebt. Es ist sehr authentisch geworden.

Andrea Berg und Dieter Bohlen - das klingt ein wenig wie die Schöne und das Biest.

Berg: Dieter ist ein Mensch, der wie ein Löwe für seine Sache kämpft. Da kann er auch schon mal böse werden. Aber im Studio ist er ein einfühlsamer Mensch, der Emotionen aus einem Künstler herauskitzeln kann. Als Mann muss er nach außen hin den Harten geben. Ich als Frau kann da eher mal Schwäche zeigen.

Im Januar starten Sie mit Ihrer Tour „Tausend und eine Nacht“. Wie kam es zu dieser Orient-Thematik?

Berg: Die Nacht ist eine der meist besungenen Metaphern in meinen Liedern. Die ganze Show dreht sich um eine goldene Schatztruhe, die immer wieder mit einer wunderschönen Melodie geöffnet wird. Das ist ein Symbol für unsere emotionalen Schätze wie die Lebenserfahrungen und die Menschen, die einem wichtig sind.

Sie engagieren sich seit Jahren in der Hospizarbeit, haben in Krefeld todkranke Menschen im Krankenhaus besucht.

Berg: Diese Menschen zu begleiten, ist ein wichtiger Teil meines Lebens. Viele meiner Fans engagieren sich inzwischen in der Hospizbewegung. Das Bewusstsein der eigenen Endlichkeit macht das Leben so kostbar.

Hat Ihre Sensibilität für das Thema Tod auch etwas mit Ihrer beruflichen Vergangenheit als Krankenschwester zu tun?

Berg: Natürlich, meine Erfahrungen, die ich als Krankenschwester in der Onkologie gemacht habe, waren sehr prägend. Damals starben die Menschen irgendwo allein in Kliniken. Der Ansatz der Palliativmedizin, dass jeder Mensch ein Recht auf einen schmerzfreien, selbstbestimmten Tod hat, ist erst in den letzten Jahren entstanden. Das ist noch immer ein Tabuthema.

Auf der Bühne sind Sie bekannt für Ihre gewagten Outfits. Steht die private Andrea Berg auch auf Lack und Leder?

Berg: Ich trage sehr gern Lederhosen, aber zu Hause im Stall würde das blöd aussehen. Da bevorzuge ich dann grüne Gummistiefel oder Dirndl. Alles zu seiner Zeit.

Gibt es Momente, in denen Sie Ihre Popularität verfluchen?

Berg: Bei uns auf dem Land bin ich eine von anderen Hausfrauen, Müttern und Unternehmerinnen. Man trifft sich dort ganz normal an der Metzgertheke. Bei mir hängen keine Paparazzi in den Bäumen.

Andrea Berg: Schwerelos (Ariola/Sony). Wertung: !!!::

Andrea Berg gibt am 2. November, 18 Uhr, eine Autogrammstunde im Media Markt im Kasseler dez, Knorrstr. 28.

Am 18. Februar 2011 tritt sie in der Göttinger Lokhalle auf. Tickets beim HNA-Kartenservice: 0561/203-204.

Zur Person

Andrea Berg (44) wurde als Andrea Zellen in Krefeld geboren. Früher arbeitete sie als Krankenschwester. Ihre musikalische Karriere begann 1992. Berg ist Mutter einer Tochter und mit Fußballmanager Uli Ferber verheiratet, mit dem sie in Kleinaspach auf einem Bauernhof lebt. (dow)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.