Vom Regisseur von "Ted"

"A Million Ways to die in the West": Western-Parodie

München - Autor, Regisseur und Schauspieler Seth MacFarlane drückt sich in "A Million Ways To Die In The West" um die Arbeit am Humor. Lacher garantiert die Westernparodie nur unter Niveau. Die Kritik:

Humor ist Glückssache. Und außerdem verflixt kompliziert. Humor kondensiert das Sein auf das Wesentliche und vereinfacht, ohne dumpf zu sein. Kurzum: Es ist harte Arbeit, wirklich komisch zu sein, und um eben diese Arbeit hat sich der Autor, Regisseur und Schauspieler Seth MacFarlane in „A Million Ways To Die In The West“ gedrückt.

Fraglos hat MacFarlane Talent, einen verschrobenen Blick auf die Welt und Fantasie – nur gelingt es ihm nicht, das alles sinnvoll und komisch zusammenzubringen. Weil er sich nicht anstrengt, sich mit dem naheliegenden, plumpen Witz begnügt, weil er Anarchie mit Infantilität verwechselt. Das grundlegende Problem seiner an sich vielversprechenden Westernparodie ist: MacFarlane fehlt die Leidenschaft für das, worüber er sich lustig macht. Das Genre ist nur Aufhänger für mal mehr, meist weniger gelungene Gags, bei denen Fäkalsprache und Kloakenwitz eine herausragende Rolle spielen. So etwas kann grandios sein, wie Monty Python bewiesen hat. Dazu muss es in sich schlüssig sein und eine Meta-Ebene haben, sonst ist es Pausenhofklamauk.

MacFarlane wählt den Pausenhof und liegt damit kommerziell vermutlich sogar richtig. Bewundernswert ist, wie stoisch sich die Könner Liam Neeson und Charlize Theron angesichts der totalen Idiotie schlagen (obwohl man meint, Theron das Entsetzen über die Rollenwahl mitunter anzusehen). Wirklich Spaß machen Giovanni Ribisi als verklemmter Romantiker und Sarah Silverman als Saloonhure, die den Gossenjargon des Drehbuchs persiflieren und einen grandios unter Niveau zum Lachen bringen. Aber: Mit Bully und dem „Schuh des Manitu“ hatte man mehr Spaß.

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Wild Wild West“ mochten.

von Zoran Gojic

Rubriklistenbild: © Universal Pictures Germany/dpa

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