"Die Volks-Rock'n'Roll-Show"

Andreas Gabalier geht unter die Showmaster

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Die Samstagabend-Show ist maßgeschneidert für den Volks-Rock'n'Roller Andreas Gabalier.

Füssen - Trotz der Krise der großen Samstagabendshows bekommt der österreichische Volksmusik-Star Andreas Gabalier an diesem Samstag eine eigene Sendung. Dabei geht es vor allem um eins: um ihn.

Andreas Gabalier (29) hat mit dem Volks-Rock'n'Roll so etwas wie seine eigene Musikrichtung kreiert, verkaufte rund eine Million Platten und hat seine eigene Trachtenkollektion herausgebracht. Jetzt bastelt er noch weiter an der eigenen Marke und geht auch noch unter die Showmaster. An diesem Samstag (20.15 Uhr) zeigt das Erste „Gabalier - Die Volks-Rock'n'Roll-Show“. Während die großen Samstagabendshows spätestens seit dem Abgang von Thomas Gottschalk bei „Wetten, dass..?“ in einer tiefen Krise stecken, geht es bei Gabalier nun vor allem um eins: ihn selbst und die Schallplattensammlung seines Vaters.

„Das ist etwas ganz Besonderes. Wer bekommt schon eine Saturday Night Show, die dann auch noch komplett maßgeschneidert ist?“, sagte Gabalier im Interview der Nachrichtenagentur dpa. „Ich erzähle meine Geschichte - von der steirischen Bergwelt in die große weite Welt.“ Seine Zielgruppe: „Bunt gemischt. Da sind die kleinsten Kinder dabei, Omas und Opas und Teenager, die kreischend ihre Unterwäsche auf die Bühne werfen.“

Entstanden ist eine Mischung aus Musikshow und Roadmovie. In kleineren Einspielfilmen begleitet die Kamera den Alpenrocker unter anderem in die USA, nach Nashville, wo er auf den Spuren seiner musikalischen Idole wandelt und die Wurzeln seiner Musik erkunden will. Dabei trifft er James Blunt und verfolgt seinen Traum, seinem großen Vorbild Jerry Lee Lewis einmal gegenüber zu stehen.

Gabaliers Familientragödie

Erfahrungen mit Unterhaltungssendungen im Fernsehen hat Gabalier schon. Der ARD-„Musikantenstadl“ und der mittlerweile abgesetzte ZDF-„Grand Prix der Volksmusik“ dienten ihm einst als Sprungbrett. Bei Vox war er in der Musik-Sendung „Sing meinen Song - Das Tauschkonzert“ mit den Sängern Xavier Naidoo und Sarah Connor zu sehen. Darin berichtete er von der Tragödie, die seine Familie erschütterte: Erst hatte Andreas Gabaliers Vater sich umgebracht, dann tat seine Schwester, die mit dem Tod nicht fertig wurde, es ihm gleich. „Amoi Seg' Ma Uns Wieder“ heißt das Lied, das Gabalier geschrieben hat, um dieses Drama zu verarbeiten.

Seine eigene Show soll aber vor allem gute Stimmung verbreiten. „Emotionale Momente, mitreißende Stimmung und Musik, die alle Grenzen überschreitet“ verspricht die ARD. Zu Gabaliers Gästen zählen Zucchero, die Scorpions, Status Quo, The BossHoss, Rea Garvey und Peter Kraus. „Es ist eine große Ehre, mit Idolen zusammenzutreffen, die mich in der Jugend geprägt haben. Es sind Größen aus der Schallplattensammlung meines Vaters dabei“, sagte der Alpenrocker bei der Vorstellung seiner Show in Füssen im Allgäu, wo sie Ende August mit rund 7000 Fans aufgezeichnet wurde.

Zur Gewohnheit soll der Ausflug auf die samstägliche Fernsehbühne allerdings nicht werden, sagt Gabalier: „Ich will ja gar nicht Fernsehmoderator werden. Das ist eine einmalige Sache. Ich mach Musik und die Show ist eine tolle Plattform dafür.“

Gabaliers-Hymnen-Gau

Zuletzt hatte der 29-Jährige ein Shitstörmchen erlebt, als er beim Formel-1-Rennen im österreichischen Spielberg die Nationalhymne mit einem veralteten Text gesungen hatte. Darin wird die Alpenrepublik als Heimat „großer Söhne“ gepriesen - in der aktuellen Fassung heißt es aber „Heimat großer Töchter und Söhne“. Trotz Tadels der österreichischen Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek zeigte sich Gabalier unbelehrbar: „Den Text der österreichischen Bundeshymne lernte ich mit 8 Jahren in der Schule im Sachkundeunterricht und ich sehe keine Veranlassung, ihn anders zu singen“, erklärte er.

dpa

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