Asterix & Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät

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Verprügeln die Römer gerne auch auf der britischen Insel: Asterix (Edouard Baer, li.) und Obelix (Gérard Depardieu), der allerdings seinen Hund Idefix zuhause in Gallien lässt.

Berlin - Mit reichlich Ironie sorgt Regisseur Laurent Tirard mit seiner Comic-Verfilmung von "Asterix & Obelix – im Auftrag Ihrer Majestät" für einige Überraschungen.

Cäsars Plan hätte so gut sein können. Um Großbritannien zu erobern, will er die Briten jeden Tag um fünf Uhr, zur traditionellen Teatime, angreifen. Das werde der schnellste Sieg, den Rom je errungen habe, freut sich der Feldherr. Von wegen. Denn da gibt es ja noch zwei uns allen wohlbekannte Gallier. Kaum werden die Briten attackiert, schickt die Queen einen Boten los. Der soll in dem gallischen Dorf, das sich schon so lange den Römern widersetzt, um Hilfe bitten – und um ein Fass des legendären Zaubertranks. Klar, dass Asterix und Obelix sofort dabei sind. Die Aussicht, Römer zu verdreschen, ist schließlich verlockend. Und so begleiten sie den Boten auf die Insel, im Schlepptau den feigen Neffen ihres Häuptlings Majestix, der nun endlich zum Mann werden soll.

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Zwar ist der Ausgang von „Asterix und Obelix – im Auftrag Ihrer Majestät“ mehr oder weniger klar. Trotzdem überrascht der Film immer wieder mit wunderbaren Einfällen, die mit Liebe zum Detail in Szene gesetzt werden: Da ist zum Beispiel die strenge Gouvernante Miss Macintosh, die einen Normannen im Schnellkurs in einen perfekten Gentleman verwandelt. Da befragt eine Delegation von Senatoren Cäsar zu ungedeckten Reisekosten für Kleopatra. Da kurven auch im Jahr 55 vor Christus rote Doppeldeckerbusse durch London – von Pferden gezogen, versteht sich.

Regisseur Laurent Tirard würzt die mittlerweile vierte Realverfilmung der Comics, die erstmals in 3D daherkommt, mit einer gehörigen Portion Ironie – und ist damit ein absoluter Glücksgriff für diesen Film. Wie intelligent er seine Scherze einzustreuen weiß, zeigt sich beispielsweise in der Szene, in der Cäsar (Fabrice Luchini) dem gefangen genommenen Asterix (Edouard Baer) vorschlägt, mit ihm zusammen die Welt zu erobern. Als Asterix ihn verwundert fragt, wieso er das tun sollte, sagt Cäsar: „Weil ich dein Vater bin.“ Dieser scherzhafte Verweis auf die Star-Wars-Filme, der von lauten Atemgeräuschen begleitet wird, ist nur eine von vielen Anspielungen. Auch die Comicserie selbst nimmt Tirard spöttisch in den Blick, etwa wenn Asterix im Gespräch mit Cäsar verkündet, er sei der Gute. Schließlich heiße es doch „Die Abenteuer von Asterix“.

Die Krönung dieses Films aber sind die Schauspieler: Gérard Depardieu verkörpert den liebenswert-trotteligen Obelix nicht nur aufgrund seiner Leibesfülle absolut überzeugend. Wie Obelix mit seiner Angebeteten Miss Macintosh und ihrer Teegesellschaft am Tisch sitzt, in den Wurstfingern feinstes Porzellan, und unruhig auf seinem viel zu kleinen Stuhl hin und her rutscht, weil er jetzt eigentlich bei Asterix sein sollte, ist großartig. Catherine Deneuve in der Rolle der Queen atmet mit jeder Faser ihres Körpers königliche Attitüde und spricht in der Originalfassung ein Französisch mit britischem Akzent. Einziges Manko des Films: Hund Idefix ist nur ganz am Anfang mit dabei – er muss zuhause in Gallien bleiben.

von Katharina Mutz

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