"The Dark Knight Rises"

Batman: Finale der Erfolgs-Trilogie

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Wirft sich ein letztes Mal in Superhelden-Schale: Christian Bale als Batman in „The Dark Knight Rises“.

Berlin - In „The Dark Knight Rises“ kehrt Batman zurück, um Gotham City vor einer nuklearen Katastrophe zu bewahren. Überschattet von dem Amoklauf in Aurora startet der dritte Teil der Erfolgstrilogie jetzt in Deutschland.

„Das Kino ist mein Zuhause, und es ist unerträglich für mich, dass jemand diesen unschuldigen und hoffnungsvollen Ort auf eine derart rohe Art geschändet hat.“ Mit diesen Worten verurteilte Regisseur Christopher Nolan den Amoklauf in einem Kino nahe Denver, Colorado, bei dem vergangenen Freitag zwölf Menschen starben und etwa 60 verletzt wurden. Die Tragödie ereignete sich während der Premiere von Nolans neuem Film „The Dark Knight Rises“. Und da der Täter sich diese Vorführung offenbar mit Bedacht auswählte, ringen nun das Produktionsstudio Warner Brothers und die Kinobetreiber um eine angemessene Weise, mit den Ereignissen umzugehen. Die Europapremiere in Paris wie auch die Deutschlandpremiere in Berlin wurden abgesagt. Hauptdarsteller Christian Bale besuchte Überlebende des Amoklaufs am Krankenbett.

Hier besucht Christian Bale die Amokopfer

"Batman"-Star Bale besucht Amok-Opfer

Die Batman-Fortsetzung „The Dark Knight Rises“ versprach ein gigantischer Erfolg zu werden. Allein in der Premierennacht wurden in den USA über 30 Millionen Dollar eingenommen. Es war zu erwarten, dass die Produktion ihre Kosten von 250 Millionen Dollar noch in der ersten Woche einspielen würde. Ob das nun so bleiben wird, dürfte fraglich sein. An Christopher Nolans Film liegt ein möglicher Misserfolg nicht. Der ist ebenso genial arrangiert wie die Vorgänger „Batman Begins“ und „The Dark Knight“. Ach was, sogar noch besser.

Tim Burton fertigte 1989 und 1992 zwei großartige Adaptionen der Comics vom Fledermausmann. Nur noch mit Grausen mag man sich dagegen an die quietschbunten, von Joel Schumacher in den Neunzigern vergurkten „Batman“-Adaptionen erinnern. Dann heuerte Warner 2005 für einen fünften Versuch den jungen Briten Christopher Nolan an, der mit Arbeiten wie „Memento“ oder „Insomnia“ gerade zum Meister des kleinen, feinen, clever verschachtelten Intellektuellen-Thrillers avancierte. Nolan gelang es auf beeindruckende Weise, dem ausgelutschten Blockbuster-Thema Weltenretter neue Aspekte hinzuzufügen.

Zweifellos ist Batman im Vergleich mit anderen göttergleichen Helden von Superman über Spiderman und Hulk bis zu den X-Men die interessanteste, da vielschichtigste Persönlichkeit, der glaubwürdigste, realistischste Charakter. Schon weil er keine Superkräfte besitzt und nur mit Hilfe technischer Errungenschaften die Menschheit retten kann. Nolan gab diesem gequälten, zerrissenen Normalsterblichen im Heldenanzug seine Vitalität und Würde zurück. Trotz Fledermauskostüm.

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„The Dark Knight Rises“, letzter Teil der Nolan-Trilogie, setzt acht Jahre nach „The Dark Knight“ ein: Bruce Wayne (Christian Bale) hat seine Verkleidung an den Nagel gehängt, das Batmobil eingemottet und gibt sich im gediegenen Ambiente seines Schlosses einer Depression hin. Auch Butler Alfreds (Michael Caine) flammende Erweckungsansprachen können den verkannten Helden nicht ins Leben zurückholen. Dies gelingt erst der lasziven Juwelendiebin Catwoman (Anne Hathaway) – und dem Bösewicht Bane (Tom Hardy). Wie auch die Vorgänger-Filme wimmelt der exzellent gespielte „The Dark Knight Rises“ nur so von Anspielungen auf die gegenwärtige US-Politik, und natürlich ist Gotham erneut eine Chiffre für New York. Auf die fantastischen Elemente, die in den „Batman“-Comics in Gestalt der originellen Gegner wie Pinguin, Joker oder Two-Face existieren, verzichtete Nolan diesmal bewusst – zugunsten eines noch markigeren Körpereinsatzes seines Titelhelden. Statt die Trickeffekte-Maschinerie weiter zu treiben, verlegt sich dieser Batman aufs Bodenständige und lässt die Fäuste sprechen. Trotzdem oder gerade deshalb: Christopher Nolan und seinem Bruder Jonathan, der auch diesmal das Drehbuch verfasste, ist mit diesem Film ein würdiger Abschluss für eine sensationell stimmige Trilogie gelungen.

von Ulrike Frick

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