Kinotrailer und Filmkritik

Chris Hemsworth enttäuscht in "Blackhat"

Michael Manns neuer Film „Blackhat“ scheitert an seinem Hauptdarsteller Chris Hemsworth. Der macht aus der Hauptfigur ein lahmes Jeans-Model.

Ganz schön ambitioniert. In Michael Manns neuem Film müssen zwei Widersacher zusammenarbeiten: die USA und China. Das ist insofern ungewöhnlich, als Gegenspieler wie diese im Blockbuster-Kino selten gleich zu Beginn an einem Strang ziehen – gegen den wahren Fiesling. Dieser taucht in „Blackhat“ allerdings früh auf: Hacker starten einen Angriff auf ein chinesisches Atomkraftwerk. Zeitgleich treiben Cyber-Kriminelle die Börsenkurse in Chicago in die Höhe. Die chinesische Regierung schickt ihre besten Leute, Chen Dawai (Leeholm Wang) und dessen Schwester Chen Lien (Tang Wie), in die USA.

In den ersten Minuten seines Thrillers unterstreicht Mann, der mit „Heat“ Kinogeschichte schrieb, seinen Ausnahmestatus in Hollywood. Das Drehbuch beweist Mut, die Wahl der Bilder ist exklusiv. Immer wieder dringt der Zuschauer ins Innere der Computerwelten ein. Lichter flackern auf, stereometrische Strukturen irritieren das Auge. Dennoch bleibt „Blackhat“ weit hinter den Erwartungen zurück. Zum einen, weil der Spannungsbogen rasch erschlafft. Nach wenigen Minuten nämlich heißt es „ambitioniertes Drehbuch ade“ – mit der endlosen Suche nach einem Superschurken. Den Genickschuss allerdings verpasst „Blackhat“ die Hauptfigur. Chris Hemsworth spielt Nicholas, einen sogenannten Blackhat-Hacker, also einen ganz schlimmen Burschen jenseits von Gesetz und Moral. Da nur seine Expertise den bedrohten Staaten helfen kann, wird er aus dem Knast entlassen. Hemsworth macht aus dem sinistren Computergenie ein Jeans-Model mit dem Impetus einer Wachsfigur.

Von Katrin Hildebrand

Rubriklistenbild: © dpa

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