"Democracy": Dokumentarfilm zur EU-Datenschutzreform

„Democracy“ von David Bernet zeigt den langen Weg zur EU-Datenschutzreform. Wir zeigen den Kinotrailer.

Realität ist sie noch nicht. Die jüngsten Neuigkeiten zur EU-Datenschutzreform gab es im Juni. Damals stimmten die EU-Innen- und Justizminister einem Gesetzesentwurf der Europäischen Kommission zu, der die Online-Rechte des Einzelnen auf Wahrung der Privatsphäre stärken und die unterschiedlichen Regelungen der Mitgliedsstaaten vereinheitlichen soll. Inhaltlich allerdings blieben die Minister in vielen Punkten hinter den ursprünglichen Vorschlägen der EU-Kommission und des Parlaments zurück. Derzeit laufen die abschließenden Verhandlungen zwischen Parlament, Rat und Kommission.

Mit der Entstehung des Gesetzentwurfs befasst sich nun ein Dokumentarfilm. In „Democracy – Im Rausch der Daten“ begleitet Regisseur David Bernet zwei Europa-Politiker bei ihrem Kampf um einen einheitlichen europäischen Datenschutz: die Konservative Viviane Reding, bis 2014 EU-Kommissarin, und den Grünen-Abgeordneten Jan Philipp Albrecht. Zu Wort kommen freilich auch Lobbyisten, Wirtschaftskanzleien und Bürgerrechtler. Obwohl das Thema bröseltrocken, sehr sachbezogen und wortlastig ist, gelingt es Bernet, die ewigen Debatten, Gespräche und Vorträge in ansprechende, teils liebevoll komische Bilder zu hüllen.

Wer sich für das Geschehen hinter den Zeitungsnachrichten interessiert und Einblick in die Prozesse eines Gesetzgebungsverfahrens erhalten will, kommt bei „Democracy – Im Rausch der Daten“ voll auf seine Kosten. Wer dagegen noch eine Ebene weitergehen will und wissen will, warum das Thema Datenschutz bei vielen Menschen so viel mehr Aufmerksamkeit erhascht als andere gesellschaftliche Probleme, wird selbst eine Antwort darauf suchen müssen.

Kathrin Hildebrand

„Democracy – Im Rausch der Daten“

Regie: David Bernet

Laufzeit: 100 Minuten

Der Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie Ihre Schulklasse fortbilden wollen.

Rubriklistenbild: © SnackTV

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