Paraderolle für Olli Dittrich

DFB-Skandal: Beckenbauer-Double packt aus

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Komiker Olli Dittrich als "Schorsch" Aigner, der in wichtigen historischen Situationen Fußball-Idol Franz Beckenbauer (70) vertrat, erklärt am Donnerstagabend den DFB-Skandal.

Berlin - Es ist nicht Franz Beckenbauer, sondern nur sein erfundener Doppelgänger, der am Donnerstagabend das gekaufte Sommermärchen erklärt. Doch erhellend wird es sein, was Olli Dittrich in dieser Rolle zu sagen hat.

Das ist eine Top-Rolle für Komiker Olli Dittrich: Zum zweiten Mal hat der 58-Jährige in einem längeren Film die Rolle des Hans-Georg („Schorsch“) Aigner übernommen, des Mannes, der in wichtigen historischen Situationen Fußball-Idol Franz Beckenbauer (70) vertrat. Der 15 Minuten lange Satire-Beitrag „Das FIFA-Märchen: Fragen an Schorsch Aigner - der Mann, der Franz Beckenbauer war“ war am Donnerstag nach den „Tagesthemen“ um 22.45 Uhr im ARD-Programm.

Aigner will Licht ins Dunkel der aktuellen DFB-Affäre bringen, kündigte der zuständige Westdeutsche Rundfunk (WDR) an. Er enthülle stellvertretend für den Chef des WM-Organisationskomitees 2006, Beckenbauer, „Insiderinformationen“ über den Transfer der „ominösen 6,7 Millionen“ Euro. Tatsächlich gehen die Steuerbehörden wegen einer ungeklärten Zahlung des DFB in dieser Höhe an die FIFA-Finanzkommission von möglicher schwerer Steuerhinterziehung aus.

„Ich bin der geringste in diesem Spiel“, verrät Beckenbauer-Vertreter „Schorsch“ Aigner in dem Trailer zum Film. „Es tut mir furchtbar leid für Franz Beckenbauer. Denn der einzige, der nichts damit zu tun hat, ist der Franz selber. Es ist eine Tragödie.“ In Wirklichkeit ermitteln die deutschen Behörden derzeit unter anderem gegen DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, aber nicht gegen Beckenbauer.

Olli Dittrich sorgte bereits im Frühsommer für einen kleinen TV-Coup mit seiner Kunstfigur: Im Juni erklärte er dem TV-Publikum in der Satire „Schorsch Aigner - Der Mann, der Franz Beckenbauer war“, dass er vor fast 50 Jahren als Doppelgänger angeheuert worden sei und das Fußball-Idol immer wieder bei Anlässen abseits des Spielfeldes vertrat.

Dittrich und sein Co-Autor Tom Theunissen vom WDR haben dieses Mal als Kulisse einen Learjet gewählt, in dem sich Aigner alias Beckenbauer dem Interview stellt. Der Beitrag wurde produziert von der Firma beckground tv GmbH - Ihr Geschäftsführer ist ARD-Reporter und Ex-Talker Reinhold Beckmann.

dpa

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