Besseres Videospiel

"Die Bestimmung - Allegiant": Viel Lärm um wenig

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Zoë Kravitz als Christina (l-r), Shailene Woodley als Tris, Theo James als Four, Ansel Elgort als Caleb, Maggie Q als Tori und Miles Teller als Peter in "Die Bestimmung - Allegiant".

München - „Allegiant“ ist der erste Finalteil des Sci-Fi-Thrillers „Die Bestimmung“. Nach der schlichten Handlung wäre allerdings kein zweiter Teil nötig.

Es ist wie bei „Harry Potter“. Beim Finale lassen sie’s krachen und pumpen die Geschichte so richtig auf. Eigentlich hat die US-Schriftstellerin Veronica Roth ihre Science-Fiction-Reihe „Die Bestimmung“ nämlich nur auf drei Bände angelegt. Filmisch allerdings wird das Ende nun aufgespalten. Teil eins „Die Bestimmung – Allegiant“ läuft jetzt, Teil zwei „Die Bestimmung – Ascendant“ kommt 2017 in die Kinos. Ob’s das braucht?

Eingefleischte Fans des Teenie-Epos werden sagen: Ja. Schließlich gilt es, die Liebesgeschichte zwischen den beiden jungen Protagonisten Tris (Shailene Woodley) und Four (Theo James) weiterzuspinnen. Diese unterliegt auch im dritten Film den aktuellen Marktanforderungen: Endlich darf eine junge Frau mal kämpfen und aktiv werden. In romantischen Dingen aber bleibt alles ganz konservativ: sehnsuchtsvolle Blicke, Küsse im Sonnenuntergang, jede Menge Schmalz.

In regelmäßigen Abständen schwappen Actionwellen herein

All das wäre wirklich nur für die eigentliche Zielgruppe erträglich, wenn nicht in regelmäßigen Abständen Actionwellen hereinschwappten. Die haben noch jedes schwache (Dreh-)Buch vor dem Untergang gerettet. In „Die Bestimmung – Allegiant“ verlassen die Hauptfiguren erstmals ihr vertrautes Terrain. Sie erkunden die Welt hinter der Mauer, die das dystopische Chicago umgibt, das mittlerweile nicht mehr in Fraktionen aufgespalten ist. Dort treffen sie freilich auf neue Gefahren – und auf einen neuen Hauptgegner, den Chef des Amts für genetisches Sozialwesen (Jeff Daniels).

Nicht nur inhaltlich ist der Sci-Fi-Thriller mit den Merkmalen besserer Videospiele ausgestattet. Auch in Sachen Optik und Effekte erinnert vieles an Action-Abenteuer. Doch können die für einen Film eher schlicht entworfenen Landschaften und Zukunftsvisionen ästhetisch nicht wirklich überzeugen. Dafür sind sie zu plump, zu vorhersehbar. Ähnliches gilt für die Hauptdarsteller. Woodley und James wirken charakterlos wie Wachspuppen und können mit erfahrenen Kollegen wie Naomi Watts als Fours Mutter oder Jeff Daniels einfach nicht mithalten. Überhaupt entfalten die Nebenfiguren oft eine höhere Anziehungskraft als die Protagonisten. Auch inhaltlich regiert das Mittelmaß. Die Kritik an genetischen Reinheitsvorstellungen ist zwar in jeder Hinsicht berechtigt, kann aber nicht überzeugen, weil die Hauptfigur gleichzeitig zu einer Art modernem Messias hochstilisiert wird und damit wieder Absolutheitsträume befriedigt. Wenigstens ist der Messias mal eine Frau. Das ist immerhin etwas.

„Die Bestimmung – Allegiant“

mit Shailene Woodley, Theo James, Naomi Watts

Regie: Robert Schwentke

Laufzeit: 121 Minuten

Erträglich

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Katrin Hildebrand

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