Muppets im Kino: Die Perle unter den Säuen

Berlin - Die Muppets sind zurück: Der hemmungslos alberne aber liebevolle Nostalgie-Trip von Fans für Fans kommt am Donnerstag in die Kinos. Hier die Filmkritik und der Trailer:

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Zwölf Jahre lang waren die pelzigen Puppen in der Versenkung verschwunden – nun wurden sie von einer Gruppe von Muppet-Enthusiasten um Co-Autor und Hauptdarsteller Jason Segel für ihr siebentes Leinwand-Abenteuer reanimiert. Herausgekommen ist dabei ein hemmungslos alberner, liebevoll gemachter Nostalgie-Trip von Fans für Fans, der um die Frage kreist, die uns alle bisweilen quält: Bin ich ein Mensch oder ein Muppet?

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Walter aus dem idyllischen Smalltown ist sich da trotz seiner orangefarbenen Filzhaut nicht sicher. Er weiß nur eines: Er ist der größte Muppet-Fan der Welt. Bei einem Los-Angeles-Besuch mit Bruder Gary (Jason Segel) und dessen Freundin Mary (Amy Adams) erfährt er, dass der geldgierige Ölmagnat Tex Richman (Chris Cooper) das Theater der Muppets abreißen will. Nur mit einer Spendengala ließe sich das Etablissement retten. Also versuchen Walter, Gary und Mary mit Kermit, dem Frosch, die alte Truppe wieder zu vereinen. Doch Fozzie-Bär tritt inzwischen in einer ranzigen Spelunke in Reno auf, das trommelnde Tier weilt zur Therapie seiner Wutanfälle in einer Klinik, und die selbstbewusste, schicke Sau Miss Piggy arbeitet als Plus-Size-Redakteurin bei der Vogue in Paris…

Dieses knallbunte, kindische Comeback der charmanten Chaos-Kompanie beschwört in schönster Disney-Manier Werte wie Familie und Freundschaft, verbreitet puren Optimismus und entführt uns in eine heile Welt, in der die Leute immer wieder aus heiterem Himmel zu singen beginnen. Stets glaubt man, im nächsten Moment würde Mary Poppins um die Ecke biegen – stattdessen geben sich andere Gaststars die Klinke in die Hand, darunter Emily Blunt als Miss Piggys blasierter Vorzimmerdrachen. Oscar-Preisträger Chris Cooper hat sichtbar Spaß an seiner herrlich überzogenen Fieslings-Rolle, und Amy Adams ist zwar heillos unterfordert, darf aber immerhin zeigen, wie gut sie singen und tanzen kann.

Der Verrücktheitsgrad der eigens für den Film verfassten Musical-Nummern wird durch die holprige deutsche Übersetzung noch gesteigert. Ansonsten ist der Humor eher archaisch als anarchisch: Fozzies Witze sind so schlecht wie eh und je, und die Kommentare der betagten Balkonlogen-Bewohner Waldorf und Statler fallen deutlich zahnloser aus als früher. Immerhin erweist sich Diva Miss Piggy einmal mehr als Perle unter den Säuen – wie es sich für eine echte Primatonna gebührt, quetscht sie ihre Schweinshaxen in glitzernde Plateau-Pumps von Louboutin.

Marco Schmidt

Rubriklistenbild: © dpa

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