Augen zu und durch

"The Equalizer" als brutaler Kinogenuss

Kleiner Tipp vorab: Die Augen gelegentlich zu schließen, ist bei diesem Film völlig in Ordnung. In "The Equalizer" spielt Denzel Washington einen schonungslosen Ex-Geheimagenten, der nach seinem vorgetäuschten Tod Jagd auf gewalttätige Verbrecher macht.

Kleiner Tipp vorab: Die Augen gelegentlich zu schließen, ist bei diesem Film völlig in Ordnung. Wie Knochen brechen und Blut spritzt, hört man trotzdem. Ja, Regisseur Antoine Fuqua ist nicht zimperlich; das hat er mit „Training Day“ bewiesen und legt in seinem neuen Coup noch einen drauf.

Wie gewohnt, baut er seine Figuren sorgfältig auf. Das ist entscheidend, denn die Gewaltexzesse sind nicht aus der Luft gegriffen. Robert McCall (Denzel Washington) tötet nicht aus Lust und Laune. Er ist der „Equalizer“, einer, der für Ausgleich sorgen möchte. Der belesene Mann hat der Gewalt abgeschworen. Dass er dennoch zu den Waffen greift, liegt an der unmenschlichen Behandlung der Prostituierten Teri (Chloë Grace Moretz); ihr möchte er helfen. Doch mit dem Mord an deren Zuhältern schlägt er als kleiner Stein große Wellen im Meer der russischen Mafia. Und so geht es auch um die Frage, wann Gewalt legitim ist. Darf ein Robin Hood des 21. Jahrhunderts so brutal sein wie seine Widersacher? Ein schonungsloser Film, garniert mit lakonischen Sprüchen, einem grandiosen Hauptdarsteller – und trotz des zu pathetischen Endes ein packender Kinogenuss.

Katja Kraft

Rubriklistenbild: © Sony Pictures

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