Am Reißbrett konstruiertes Chaos

"Eyjafjallajökull" kriegt einfach nicht die Kurve

Berlin - Weder liebenswert noch lustig: "Eyjafjallajökull", der neue Film mit Frankreichs Komödien-Superstar Dany Boon kriegt einfach nicht die Kurve.

Der Asche spuckende isländische Vulkan ist schuld daran, dass sich die längst geschiedenen Ex-Ehepartner Alain (Dany Boon) und Valérie (Valérie Bonneton) zusammenraufen müssen, um noch rechtzeitig zur Hochzeit der einzigen Tochter nach Griechenland zu gelangen. Denn der Flugverkehr in ganz Europa ist für einige Tage komplett ausgesetzt.

Bevor sich die Streithähne endlich auf Korfu vor der malerisch gelegenen Kapelle einfinden, haben sie eine Menge Aufregungen und Zwischenfälle zu überstehen. Nicht einmal die Hälfte davon ist lustig. Egal ob die Kampfhähne schon im Flugzeug aufeinander losgehen, sich nach der Landung in München um den letzten Mietwagen prügeln, in Österreich an einen ehemaligen Serienkiller und selbsternannten Jesus geraten, in Slowenien oder Albanien stranden – die Witze sind schwach bis kindisch, der Humor eintönig, beinahe jeder Scherz läuft nach dem selben Schema ab.

Das Drehbuch dieses Roadmovies „Eyjafjallajökull“ schlenkert oft eine Kurve zu viel und nimmt dadurch das mühsam aufgebaute Tempo aus der ohnehin nicht sehr originellen Geschichte. Jede einzelne Episode der chaotischen Reise wirkt wie am Reißbrett konstruiert.

Um das Schematisch-Leblose des Films noch zu verstärken sind nicht einmal die Charaktere sonderlich sympathisch. Sogar Frankreichs Komödien-Superstar Dany Boon gelingt es angesichts der platten Klischees nicht, den Part des liebenswerten Tollpatsches herauszukehren wie seit „Willkommen bei den Sch’tis“ üblich. Zudem stimmt die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern überhaupt nicht.

Ulricke Frick

Rubriklistenbild: © Jean-Claude Lother/SquareOne/Universum Film/dpa

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