Gesellschaftskritisches Drama erhält Auszeichnung

Goldene Palme für "Dheepan"

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Das Foto zeigt eine undatierte Szene aus dem Drama "Dheepan" vom französischen Regisseur Jacques Audiard.

Cannes - Der Franzose Jacques Audiard zeigte in Cannes die Abgründe in Pariser Vororten. Für seinen Film gibt es nun die Goldene Palme. Der zweitwichtigste Preis geht an ein KZ-Drama aus Ungarn.

Die Goldene Palme des Filmfestivals Cannes geht an das gesellschaftskritische Drama „Dheepan“ des Franzosen Jacques Audiard. Das gab die Jury der 68. Internationalen Festspiele am Sonntagabend bekannt.

Die Darsteller des französischen Dramas "Dheepan" posieren in Cannes.

Audiard (63) erzählt von einem Flüchtling aus Sri Lanka, der sich in einen heruntergekommenen Pariser Vorort mitten in einem Bandenkrieg wiederfindet. Die Menschen dort scheinen vom Rest der Gesellschaft isoliert zu leben. Der Regisseur war 2009 in Cannes für sein Gefängnisdrama „Ein Prophet“ mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet worden.

In diesem Jahr wurde der Ungar László Nemes mit dem Großen Preis der Jury, der zweitwichtigsten Auszeichnung des Festivals, für sein Spielfilmdebüt „Saul fia (Son of Saul)“ geehrt. Der junge Regisseur (Jahrgang 1977) beeindruckte mit drastischen Bildern aus dem Nazi-Vernichtungslager Auschwitz.

Als besten Darsteller ehrte die Jury unter dem Vorsitz der US-Regisseure Ethan und Joel Coen den Franzosen Vincent Lindon für seine Verkörperung eines Langzeitarbeitslosen in „La loi du marché“. Bei den Darstellerinnen gab es gleich zwei Auszeichnungen: Die US-Amerikanerin Rooney Mara gewann für die Patricia-Highsmith-Verfilmung „Carol“ von Todd Haynes; die Französin Emmanuelle Bercot für das Ehedrama „Mon roi“ der Regisseurin Maïwenn.

Der Preis der Jury ging an den griechischen Regisseur Yorgos Lanthimos für die düstere Zukunftsvision „The Lobster“. Für die beste Regie wurde der Taiwanese Hou Hsiao-hsien mit seinem Kampfkunstdrama „The Assassin“ ausgezeichnet. Der Mexikaner Michel Franco wurde für „Chronic“ um einen Palliativpfleger mit dem Preis für das beste Drehbuch geehrt.

Zuvor waren bei grauem Himmel und zeitweise Nieselregen zahlreiche Stars über den roten Teppich des Festivalpalastes in Südfrankreich geschritten. Darunter auch Jurymitglieder wie die Schauspieler Sophie Marceau, Sienna Miller und Jake Gyllenhaal.

Das Festival von Cannes gilt als das wichtigste Filmfest der Welt. In diesem Jahr konkurrierten im Wettbewerb 19 Filme um die Preise. 2014 hatte das türkische Drama „Winter Sleep“ von Nuri Bilge Ceylan die Goldene Palme gewonnen. 2013 ging die Auszeichnung an das französische Drama „Blau ist eine warme Farbe“ des Regisseurs Abdellatif Kechiche. Ein deutscher Film gewann zuletzt 1984: Wim Wenders' „Paris, Texas“.

dpa/AFP

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