Spanische Tragikomödie

"Freunde fürs Leben": Herzerfrischende Hymne auf das Leben

München - Die spanische Tragikomödie „Freunde fürs Leben“ ist berührend, beglückend – und gespickt mit kleinen Überraschungen. 

Gegensätzlicher geht es kaum: Tomás ist ein erfolgreicher Wissenschaftler und Familienvater, ruhig und gut situiert, Julián ein lebenslustiger Schauspieler und Frauenheld, impulsiv und notorisch pleite. Als Tomás, der seit Jahren in Kanada lebt, für ein paar Tage in seine Heimatstadt Madrid zurückkehrt, erfährt er, dass sein unheilbar an Krebs erkrankter Jugendfreund Julián beschlossen hat, die Chemotherapie abzubrechen – er will die verbleibende Zeit außerhalb von Kliniken genießen und sich würdevoll vom Leben verabschieden. Tomás hilft ihm dabei, letzte Dinge zu regeln: Schulden zu begleichen, sich mit seinem Sohn auszusprechen, ein Zuhause für seinen heißgeliebten Hund zu finden...

Tiefgründiges im Gewand leichter Unterhaltung präsentiert der katalanische Autor und Regisseur Cesc Gay mit diesem amüsanten Film über Freundschaft, Liebe und Abschiednehmen: kein niederziehendes Krebsdrama, sondern eine herzerfrischende Hymne auf das Leben, berührend und beglückend, gespickt mit kleinen Überraschungen, getragen von einem fabelhaften Darsteller-Duo. Ricardo Darín („In ihren Augen“) und Javier Cámara („Sprich mit ihr“), zwei Giganten des spanischsprachigen Kinos, bilden ein sich herrlich frotzelndes Traumpaar, das man sofort ins Herz schließt. Ebenso wie Gay beweisen sie ein feines Gespür für Zwischentöne und finden eine perfekte Balance zwischen Melancholie und Humor, ohne je ins Platte oder Sentimentale abzugleiten.

Wie die Männer hinter ihrer coolen Fassade eine große Verletzlichkeit offenbaren, wie Freunde und Kollegen auf Juliáns Entscheidung reagieren, wie der vergeblich versucht, seinem Sohn die Wahrheit zu sagen: Das ist äußerst treffend geschildert, ehrlich, voller Weisheit und Menschlichkeit. Kein Wunder, dass dieser unaufdringliche und deshalb so kraftvolle Film auf diversen Festivals zum Publikumsliebling avancierte – und bei der Goya-Verleihung (dem spanischen Pendant zu den Oscars) die Preise in fünf Hauptkategorien abräumte.

„Freunde fürs Leben“

mit Ricardo Darín, Javier Cámara

Regie: Cesc Gay

Laufzeit: 108 Minuten

Hervorragend

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Marco Schmidt

Rubriklistenbild: © SnackTV

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