Zu viel gewollt

"Good Luck Finding Yourself: Ambitioniertes Urlaubsvideo

Die 68-jährige Jutta Winkelmann ist unheilbar an Knochenkrebs erkrankt. Um sich selbst wieder zu finden, begibt sie sich auf Reisen. Ihr Sohn filmt. Die Kritik zu "Good Luck Finding Yourself":

Dass Indien ein Land ist, das selbst weit gereiste Europäer in Erstaunen versetzen kann, kennt man aus dem wunderbaren Film „Best Exotic Marigold Hotel“ mit Judi Dench. Für die deutschen Alt-Hippies Jutta Winkelmann, Rainer Langhans, Christa Ritter und Brigitte Streubel hat die in „Good Luck Finding Yourself“ dokumentierte Reise nach Indien indes einen ernsten Hintergrund: Winkelmann ist unheilbar an Brustkrebs erkrankt und sucht spirituelle Heilung. Ihr Sohn Severin Winzenburg hat das Quartett mit der Kamera begleitet und aus dem Material seinen Abschlussfilm für die Filmhochschule geschustert.

Die Nähe von Regisseur und Protagonistin ist nicht das Problem dieser Dokumentation. Vielmehr spürt man zu selten den roten Faden, der den Film sinnvoll zusammenhält. Winzenburg hatte viel vor, und man merkt seinem Projekt an, dass die Kombination von humorigem Roadmovie und feinsinniger Auseinandersetzung mit dem Leben im Angesicht des Todes ernst gemeint ist. Doch die Reise zerfasert schnell zwischen Bonmots der Alten und den treffenden, gut gewählten Stimmungsbildern. In Erinnerung bleibt daher oft nur ein privates Urlaubsvideo mit Ambition.

ulf

Rubriklistenbild: © Alpenrepublik

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