Chatterin zu Gottschalk: "Bitte nicht wiederkommen!"

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Thomas Gottschalk im Studio seiner Show "Gottschalk Live".

Berlin - Enttäuschte "Gottschalk Live"-Zuschauer stürmen die Chatforen: Die neue Show des Moderators ist offenbar nicht gerade der Renner. Gottschalk selbst sieht das eher gelassen.

Eine Woche Thomas Gottschalk in der ARD - die Ernüchterung ist da. Die Quoten sanken an vier Sendetagen seiner neuen Vorabendshow kontinuierlich von Tag zu Tag. Im Chat auf der Facebook-Seite von “Gottschalk Live“ mehren sich die kritischen Stimmen, vor allem, weil sich der große Meister zunehmend spärlicher an der Kommunikation mit seinen Fans beteiligt.

Zu Wort meldete sich der 61-Jährige, der nach seinem Abhang von “Wetten, dass..?“ den quotenschwachen ARD-Vorabend beleben sollte, am Freitag dagegen in der “Bild“-Zeitung. “Ja, es holpert noch!“, räumte Gottschalk ein. “Nein, wir haben unsere Form noch nicht gefunden. Aber wir wissen jeden Tag ein bisschen mehr und werden auch noch ein paar Tage mehr brauchen.“

Aus der Chat-Runde verabschiedete sich der ARD-Hoffnungsträger, er habe Durst und er freue sich auf Montag. “Am Wochenende in die USA u. bitte nicht wiederkommen!“, gab ihm eine Chatterin mit auf den Weg. “Ich geb' ihm 3 Wochen, dann kommt keiner mehr... danach redet er mit sich selber.“ Einige beklagten sich, dass Gottschalk nicht Rede und Antwort stehe.

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Aber im Netz boten die User auch konstruktive Kritik: “Gutes Konzept, mega schöne Räumlichkeiten und teilweise sehr lustig“, schrieb ein Teilnehmer. “Aber lasst etwas mehr Entspannung einkehren. Wirkt manchmal etwas gehetzt das ganze. Weniger ist manchmal mehr.“ Und der ständige Hinweis auf das “mit dem ganzen neuen Zeug“ wie Twitter und Facebook könnte langsam auch mal wegbleiben.

Auffällig ist, dass Gottschalk seine Gesprächskultur nicht den Vorabendbedürfnissen angepasst hat. Er führt Unterhaltungen wie auf der “Wetten, dass..?“-Couch - dabei fallen die Fragen häufig länger aus als die Antworten seiner Interviewpartner. Den Zuschauern stießen auch die Werbe- und Wetterunterbrechungen auf, die jedoch nach der ersten Ausgabe weniger wurden.

Die ARD setzt unverdrossen auf die Weiterentwicklungsfähigkeit von Gottschalks neuer Show: “Die Premierensendung wurde von riesiger Neugierde begleitet und mit Vorschusslorbeeren versehen“, teilte Programmdirektor Volker Herres der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage mit. “Jetzt beginnt das Fein-Tuning und der Show-Alltag. Wir konzentrieren uns auf die Sendung, arbeiten täglich an den Inhalten und streben am Ende eine gute Vorabendquote an.“

Für die muss Gottschalk sich nun aber mächtig ins Zeug legen. Nach der Premiere am Montag mit 4,34 Millionen Zuschauern brach die Quote am Dienstag auf 2,43 Millionen ein, am Mittwoch blieben 2,20 Millionen dran, am Donnerstag waren es nur noch 1,83 Millionen und damit praktisch kaum mehr, als die ARD zuletzt mit ihrer fast schon vergessenen Quizshow “Das Duell im Ersten“ auf dem Sendeplatz erreicht hatte.

Gottschalk ohne “Wetten, dass..?“ war immer ein Risikofaktor. Gehversuche mit anderen Formaten endeten über kurz oder lang. Dies ignoriert der Entertainer vorläufig noch: Ihm sei nur “wirklich wichtig: dass das Publikum mir die Zeit gibt, auf einem neuen Sendeplatz zu einer neuen Form zu finden“, schrieb er in “Bild“. “Das wird nicht von heute auf morgen klappen, aber ich weiß, dass ich das hinkriegen kann.“

Und er fährt fort: “Sie werden nur Ihren Spaß mit mir haben, wenn ich ihn selber habe. Das kriegen wir hin. Sind Sie bitte etwas geduldiger mit mir, als ich es bin. Danke!“

dpa

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