"Große Jungs": "Kaugummi"-Komödie aus Frankreich

Berlin - Ob es an der leidenschaftslosen Übersetzung oder am schlechten Timing des Regisseurs liegt - jedenfalls ist die französische Komödie „Große Jungs“ leider so zäh wie Kaugummi.

Der erfolglose Musiker Thomas (Max Boublil) steht kurz vor der Hochzeit mit Freundin Lola. Während der Vorbereitungen auf den großen Tag lernt er auch seine künftigen Schwiegereltern kennen, und plötzlich geht alles drunter und drüber. Denn Lolas Vater Gilbert (Alain Chabat), von einer Midlife-Krise schwer gebeutelt, rät Thomas nicht nur energisch davon ab, seine Tochter zu ehelichen. Er entführt den ahnungslosen jungen Mann kurzerhand auf einen schier endlosen Junggesellentrip.

Der Alte will seine angeblich mit Frau und Kind vergeudete Jugend nachholen, der andere entwickelt plötzlich hochfliegende Pläne von der Starkarriere. Natürlich landen beide schließlich recht unsanft auf der Nase. Das Ende von „Große Jungs“ ist so vorhersehbar wie jede Pointe dieser wenig originellen, oft unmotiviert hektischen Komödie aus Frankreich.

Sogar der an sich gelungene Soundtrack verspielt sich angesichts der albernen Witzchen bald. Vielleicht liegt es an der wenig pfiffigen deutschen Übersetzung, vielleicht hat Regieneuling Anthony Marciano aber auch einfach viel zu wenig Gespür für das notwendige Timing. Auf alle Fälle ist „Große Jungs“ so zäh und so lustig wie Kaugummi an der Schuhsohle.

Rubriklistenbild: © Nicolas Guiraud/Peopleforcinema productions/Legende Films Gaumont/NFP

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