Special mit Heike Makatsch

Holger Kunkel: Er ist der Boss im Freiburg-Tatort

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Holger Kunkel.

Freiburg - Holger Kunkel schätzt das Doppelspiel von Fernsehen und Theater. Für den „Tatort“ steht er vor der Kamera. Und nach Drehschluss auf den Bühnen des Freiburger Theaters. Dort ist Kunkel heimisch geworden.

Holger Kunkel war im Fernsehen der engste Vertraute des Bundespräsidenten. Er ging als Polizist auf Streife und als Oberstaatsanwalt zum Stuttgarter „Tatort“. Im neuen „Tatort“-Special aus Freiburg ist er der Chef von Heike Makatsch. Und ermittelt damit in der Stadt, die für ihn und seine Familie im wirklichen Leben zur zweiten Heimat geworden ist. Im Freiburger Theater ist der Berliner seit vier Jahren festes Ensemblemitglied. Ausgestrahlt wird der Freiburg-„Tatort“ am Ostermontag (28. März) um 20.15 Uhr in der ARD.

„Ich bin im Fernsehen ein Gesicht aus der guten zweiten Reihe“, sagt der 50-Jährige: „Es sind schöne Rollen an der Seite großer und bekannter Kollegen, die mich prägen.“ Im neuen „Tatort“, in dem Makatsch erstmals die Kommissarin Ellen Berlinger spielt, gibt Kunkel den Chef des Freiburger Morddezernats und somit den Vorgesetzten.

„Er ist der einzige Schauspieler im Film, der aus Freiburg kommt“, sagt der Produzent des ARD-Krimis, Marc Müller-Kaldenberg. Für die Besetzung spielte das jedoch keine Rolle: „Ausschlaggebend waren alleine seine schauspielerischen Fähigkeiten.“

Gleich nach dem „Tatort“ drehte Kunkel mit Regisseur Sönke Wortmann die sechsteilige ARD-Eventserie „Charité“. Sie soll nächstes Jahr auf den Bildschirm kommen. TV-Erfolg feierte er zuletzt bei Sat.1 mit dem Doku-Drama „Der Rücktritt“ von Produzent Nico Hofmann, der die Affäre um Bundespräsident Christian Wulff widerspiegelte und in dem Kunkel eine Hauptrolle an der Seite von Kai Wiesinger und Anja Kling hatte.

Von links: Holger Kunkel, Max Tommes, Christian Kuchenbuch und Heike Makatsch spielen im Freiburger Tatort-Special.

„Ich mag das Doppelspiel von Film und Theater“, sagt Kunkel. Und versucht, seine TV-Rollen mit der Bühne unter einen Hut zu bringen. „Theater als Keimzelle der Darstellenden Kunst hat für mich eine große Bedeutung.“ Seit 1989 steht er auf der Bühne. Er agierte an den Wuppertaler Bühnen ebenso wie am Bochumer Schauspielhaus, am Schauspiel Köln und Essen sowie im Ausland. Freiburgs Theaterintendantin Barbara Mundel holte ihn nach Freiburg, seit 2012 ist Kunkel hier festes Ensemblemitglied des städtischen Theaters. „Es ist die Vielfalt von Rollen, die mich reizt“, sagt Kunkel selbst. Am Freiburger Theater war er in „Eine Woche voller Samstage“ Herr Taschenbier, er spielte in der Kindererzählung „Der kleine Ritter Trenk“, in Peter Handkes „Immer noch Sturm“ oder steht im Polit-Stück „Die NSU-Protokolle“ vor dem Publikum.

„Freiburg ist zu unserer Lebensmitte geworden und wird es wahrscheinlich auch noch einige Zeit bleiben“, sagt Kunkel. Mit seiner Frau und den beiden Kindern ist der Schauspieler von Berlin über das Ruhrgebiet nach Freiburg gezogen. Und schätzt die kurzen Wege in der Stadt sowie die Umgebung, den Blick in die Weinberge und in die Regale der Winzer. „Ich bin mit meinem Motorroller schnell bei der Arbeit und in 30 Minuten auf der Skipiste. Das gibt es nur hier.“

Den „Tatort“ wird sich Kunkel anschauen, wie er sagt. Aber nicht in der Kneipe, wie manch eingefleischter „Tatort“-Fan das gerne macht. „Beim Schauen meiner eigenen Filme bin ich schüchtern. Das ist sehr intim, etwas, das mache ich zu Hause am liebsten alleine. Ich zelebriere das nicht als öffentliches Happening“, sagt er. Vor dem Bildschirm in großer Gemeinschaft sitzen, das passe bei der Fußball- Weltmeisterschaft - nicht aber beim Fernsehkrimi.

Tatort aus Freiburg: "Fünf Minuten Himmel" im TV und Internet

Der Tatort aus Freiburg läuft am Ostermontag, 20.15 Uhr, in der ARD. Der Tatort mit Heike Makatsch ist danach 30 Tage in der Mediathek von Das Erste abrufbar.

dpa

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