Kinotrailer und Filmkritik

Keanu Reeves als "John Wick" auf Rachefeldzug

Der unterforderte Keanu Reeves geht in „John Wick“ auf Rachefeldzug. Leider hat er als ehemaliger Auftragskiller das Charisma eines Nudelsiebs. 

Leichen pflastern seinen Weg. Das trifft auf John Wick zu und auf Keanu Reeves. Zumindest, wenn man Leichen durch mittelmäßige bis schlechte Filme ersetzt. Kaum zu glauben, dass der Schauspieler früher in zum Niederknien schönen Independent-Werken wie Gus van Sants „My Own Private Idaho“ mitwirkte. Seit „Speed“ 1994 muss der Kanadier für Actionrollen ran, die ihm weder Mimik noch tiefergehende Leistungen entlocken. „John Wick“ bildet keine Ausnahme.

Der Plot. Die Hauptfigur besitzt das Charisma eines Edelstahl-Nudelsiebs. Verwitwet haust er mit einem kleinen Hund in einer Luxusvilla. Als eines Nachts Fieslinge einbrechen, den Welpen töten und ihn selbst schwer verletzen, setzt der so sanft wirkende Mann zum Rachefeldzug an. Denn eigentlich ist John Wick ein ehemaliger Auftragskiller, der für seine Frau alles aufgab.

Auf die Details braucht man ab jetzt nicht mehr zu achten. Wer, wie, wann, warum – alles egal, bis auf die Tatsache, dass Willem Dafoe eine gute Figur macht. Von nun an prägt Action den Film. Elegante, futuristisch wirkende Bilder wechseln zu videospielartigen Gewaltsequenzen. Das sorgt für Schwung. Freilich ist auch das eine Reeves’sche Tragik: Immer wieder spielt die Optik in seinen Werken eine größere Rolle als der Inhalt – wie bei den Fortsetzungen von „Matrix“.

Katrin Hildebrand

Rubriklistenbild: © Studio Canal Deutschland / dpa

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