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"Der geilste Tag": Schweighöfer gibt noch einmal Vollgas

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Einen letzten geilen Tag im Leben wollen die todkranken Freunde Andy (Matthias Schweighöfer) und Benno (Florian David Fitz) erleben.

München - In „Der geilste Tag“ erzählt Regisseur und Hauptdarsteller Florian David Fitz eine klassische Kumpel-Geschichte. Sehenswert, auch wenn die Geschichte nicht besonders originell ist.

Florian David Fitz kann mehr. Mehr als „nur“ schauspielern sozusagen. Der gebürtige Münchner hat sich in den vergangenen Jahren ganz nebenbei auch als Drehbuchautor und Regisseur hervorgetan. Wie bei „Jesus liebt mich“ von 2012 übt er nun auch bei „Der geilste Tag“ alle drei Funktionen auf einmal aus. Dass er sich für seinen neuen Film ausgerechnet den omnipräsenten Matthias Schweighöfer und Alexandra Maria Lara, das Traumpaar der eher mäßig gelungenen Travestie „Rubbeldiekatz“, ausgesucht hat, mag zwar werbestrategisch ein Knüller sein, zaubert dem kunstsinnigen Cineasten aber Sorgenfalten auf die Stirn.

„Der geilste Tag“ ist eine Komödie mit tierisch ernstem Unterton, ein Roadmovie, ein Lob auf das Leben und eine Tragödie mit dem altbekannten „Carpe diem“-Motiv. An allererster Stelle aber erzählt Fitz darin eine klassische Buddy-Geschichte, die auch dem Traumpaar Walter Matthau und Jack Lemmon gut zu Gesicht gestanden hätte.

In einem Münchner Hospiz treffen zwei todkranke junge Männer aufeinander. Benno (Fitz) ist ein Chaot und hat schon viele Dinge in seinem Leben verbockt. Andy (Schweighöfer) ist ein Nerd, steckt voller Ängste und Zwänge. Dass diese Antagonisten bald ein drolliges Duo bilden werden, ist beschlossene Sache. Aus einer Laune heraus – die freilich in Benno heranwuchs – hauen sie ab und suchen nach dem letzten geilsten Tag in ihrem Leben.

Die Geschichte ist alt, das Drehbuch vorhersehbar und die Gags nicht alle hochoriginell. Und doch gelingt es Fitz und seiner Crew, den Zuschauer liebevoll zu unterhalten. Das liegt einerseits in der Natur des Buddy-Movies begründet. Das Miteinander der Gegensätze, das Zusammenprallen verschiedener Neurosen, die Begegnung von Ordnung und Chaos besitzt ein ungeheuer versöhnliches Moment. Friede, Freundschaft, Empathie und liebevolle Selbstironie blitzen für einen kurzen Moment auf und lassen eine andere, menschlichere Gesellschaft möglich erscheinen.

Dass „Der geilste Tag“ in vielen Momenten funktioniert, liegt aber auch an Matthias Schweighöfer. Die Rolle des spleenigen Andi steht ihm bestens zu Gesicht, besser als all seine drolligen Liebhaber- und vermeintlich verkorksten Heldenrollen, die letztlich doch immer zu Amt, Ehe und Betulichkeit führen. Gegen Schweighöfer bleibt Fitz als cooler Gegenpart erstaunlich blass. Doch vermutlich hatte der als Regisseur so viel zu tun, dass wir ihm das wohlwollend verzeihen wollen.

„Der geilste Tag“

mit Matthias Schweighöfer

Regie: Florian David Fitz

Laufzeit: 110 Minuten

Sehenswert

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Knockin’ on Heaven’s Door“ mochten.

Katrin Hildebrand

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