Unser aller Gier

Eindrucksvolle Dokumentation: "Landraub" 

Die Dokumentation „Landraub“ führt vor Augen, wie Großinvestoren Kleinbauern ausbeuten. Allerdings wird auch eindrucksvoll die andere Seite beleuchtet: Unsere Gesellschaft ist mitschuldig. 

Es ist natürlich leicht, auf die Investoren zu schimpfen, auf die „Landräuber“, die die Kleinbauern überall auf der Welt ausbeuten. Regisseur und Drehbuchautor Kurt Langbein, der zwei Jahre um den Globus gereist ist und Investoren und Opfer des neuen Kolonialismus besucht hat, stellt in drastischen Bildern dar, wie die Großen langsam die Kleinen verdrängen – unterstützt durch EU-Hilfen, die bei ihren Subventionen nach Hektar-Flächen gehen. Wer am meisten Land hat, bekommt am meisten Geld. Das globale Finanzkapital hat die Äcker der Welt als Geschäftsfeld entdeckt. Auf Kosten derer, die mit ihren kleinen Flächen ums Überleben kämpfen.

Als Zuschauer neigt man dazu, nun den Finger auf diese Großverdiener zu richten. Doch der Film zeigt auch, was die neuen Kolonialherren da in Europa, Afrika, Asien und Südamerika anbauen – es sind unter anderem Zuckerrohr- und Palmöl-Plantagen, angelegt für Lebensmittel, Biosprit und Kosmetikprodukte, die wir hier in Europa täglich konsumieren. Besonders deshalb ist dieser Film wichtig. Weil er vor Augen führt, wie wir als Konsumenten am Unrecht gegenüber anderen mitprofitieren. Und entsprechend durch sorgsamen Einkauf unseren kleinen Teil dazu beitragen können, die perfiden Raubzüge zu stoppen.

„Landraub“

Regie: Kurt Langbein

Laufzeit: 95 Minuten

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Der Bauer und sein Prinz“ mochten.

Von Katja Kraft

Rubriklistenbild: © Movienet/dpa

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