Zu verworren

Wie eine langweilige Geisterbahn

„Sinister 2“ ist routiniert abgespulte Dutzendware und enttäuscht die hohen Erwartungen nach dem erfolgreichen ersten Teil. In Horrorfilmen sollten die Schockmomente länger anhalten. 

„Sinister“ war 2012 ein Überraschungshit im Horror-Genre. Zu Recht, denn die Dramen, die durch Dämon Bughuul und den von ihm verhexten Kindern ausgelöst wurden, waren wirklich schön schaurig und überraschend innovativ: optisch wie inhaltlich. Da liegt einerseits eine Fortsetzung nahe. Andererseits bleibt die Frage, was in einem zweiten Teil erzählt werden kann, wenn die Lösung des Rätsels bekannt ist.

Diese Frage beantwortet „Sinister 2“ nicht befriedigend. Ethan Hawke und seine Filmfamilie haben Bughuuls Attacken schließlich nicht überlebt, daher benötigte man für die Fortsetzung zunächst eine neue Familie: die alleinerziehende Courtney Collins (Shannyn Sossamon) und ihre beiden Söhne. Aber schon der Ex-Gatte stört den gepflegten Horrortrip, auf den sich Mrs. Collins und der aus dem ersten Teil bekannte Polizist (James Ransone) begeben.

Ciaran Foy, dessen Thriller „Citadel“ auch nicht über Konventionelles hinauskam, bedient in „Sinister 2“ gerade einmal die Erwartungen. Doch die Handlung ist ungut verworren, es fehlt an Fantasie, Stringenz und Witz. Laufend erkennt man die Bemühungen, der durchsichtigen Geschichte ein bisschen Grusel einzuhauchen. Das geschieht vorwiegend mittels Blut und dröhnenden Soundeffekten. Keine Abgründe, Obsessionen, keine Leidenschaft – stattdessen routiniert abgespulte Dutzendware. Das Auftauchen von Bughuul, der nicht einschüchternd ist, sondern an einen abgekämpften Heavy-Metal-Fan erinnert, wirkt da fast schon verzweifelt. Es ist wie in der Geisterbahn auf der Wiesn: Ein Gespenst taucht auf – hui ist es wieder fort. Auf dem Oktoberfest ist das in Ordnung. Im Horrorfilm sollte der Schockeffekt schon etwas länger währen. 

„Sinister 2“

Mit Shannyn Sossamon 

Regie: Ciaran Foy 

Laufzeit: 90 Minuten

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Rubriklistenbild: © Elizabeth Morris/Wild Bunch/dpa

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