Keine neuen Wege

"Der Vater meiner besten Freundin" enttäuscht

Die Neuauflage von „Der Vater meiner besten Freundin“ enttäuscht und ist leider nicht mehr als ein schwüldampfiger Altherrenwitz. Der Titel täuscht über die Perspektive hinweg. 

Neue Wege werden hier nicht eingeschlagen. Regisseur Jean-François Richet bleibt allem treu, was einen harmlosen Sommerfilm ausmacht: Sonne, Strand und Bikinimädels. So ein Film beginnt natürlich mit einem Kameraflug übers Meer, während aus dem Off Trénet zum millionsten Mal „La Mer“ anstimmt. Origineller wird’s nicht in „Der Vater meiner besten Freundin“, da mag das Original aus dem Jahr 1977 von Claude Berri noch so leichtfüßig und witzig gewesen sein.

Die Väter Laurent und Antoine (Vincent Cassel und François Cluzet) reisen mit ihren Teenagertöchtern Marie und Louna nach Korsika. Dort verguckt sich Louna (Lola Le Lann) in Laurent und verführt ihn am Strand. Es bleibt bei der einen Nacht. Doch Louna stellt Laurent nach. Ein mehr routiniert als schwungvoll inszeniertes Versteckspiel beginnt.

Die Idee hinter der Neuauflage erinnert trotz des Drehbuchs von Lisa Azuelos an einen schwüldampfigen Altherrenwitz. Der Titel führt in die Irre: Aus der Perspektive der Mädchen wird nie erzählt, immer bleibt die Kamera an den Hintern, den zarten Brüsten oder den wallenden Haaren der Töchter hängen. Über ihr Aussehen hinaus dürfen sie nichts darstellen. Hinzu kommt: Neben dem brillanten Komödianten François Cluzet fällt Vincent Cassel deutlich ab. 

„Der Vater meiner besten Freundin“

Mit François Cluzet

Regie: Jean-François Richet

Laufzeit: 106 Minuten

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Wochenende“ mochten.

ulf

Rubriklistenbild: © La Petite Reine/Angela Rossi/Weltkino/dpa

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