"Dark Shadows": Gruselkomödie aufpoliert

Tim Burton poliert in seinem neuen Kinostreifen die Fernsehserie „Dark Shadows“ aus den 60ern auf. Wie sich Frauenschwarm Johnny Depp als Vampir macht, sehen Sie im Kinotrailer.

Ein Vampir unter einer Discokugel und zwischen kiffenden Hippies in den Siebzigern: Willkommen in der Welt des Tim Burton. Willkommen in seiner neuen Komödie „Dark Shadows“, einem morbiden Spaß und Grinse-Grusel-Film. Dafür hat der Regisseur die Fernsehserie „Dark Shadows“, die zwischen 1966 und 1971 in den USA lief, wiederentdeckt und ordentlich aufpoliert.

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Burton erzählt die schaurige Geschichte von Barnabas Collins, der mit seinen Eltern 1752 in die Neue Welt aufbricht, um ein besseres Leben zu beginnen. Das gelingt: Der Collins-Clan wird durch Fischerei reich, Barnabas wächst zu einem attraktiven jungen Mann heran, den die Frauen lieben. Dumm jedoch, dass er der Hexe Angelique das Herz bricht. Die kann mit einem Korb nur ganz schlecht umgehen, verwandelt Barnabas in einen Vampir und begräbt ihn lebendig. Die Rache einer Frau eben. Erst im Jahr 1972 wird Barnabas durch Zufall ausgebuddelt und macht sich – nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ins neue Jahrhundert – daran, seinen inzwischen heruntergekommenen Nachfahren wieder zu Ansehen und Wohlstand zu verhelfen. Ein Unternehmen, das natürlich Angelique nicht verborgen bleibt – die Hexe ist auch nach 200 Jahren nachtragend und hat nicht vergessen, dass Barnabas sie einst verschmähte.

Es sind stimmungsvolle Bilder, die Burton und sein Kameramann für „Dark Shadows“ gefunden haben. Zudem steckt in dem Film jede Menge (Wort-)Witz, der sich selbst in der deutschen Fassung vermittelt. Der Regisseur hat für „Dark Shadows“ einmal mehr mit einem Teil seiner Stammbesetzung gearbeitet: Johnny Depp fühlt sich als aus der Zeit gefallener Vampir sichtlich wohl: Der Tod steht ihm wirklich gut. Burtons Frau Helena Bonham Carter ist die dauerbetrunkene Psychologin, die auf die Schnaps-Idee kommt, mit dem Blut des Vampirs die eigene Alterung zu stoppen. Christopher Lee bekommt ebenso einen wunderbaren Gastauftritt wie Rockmusiker Alice Cooper, den Barnabas für ein „Weibsbild“ hält. Apropos Musik: Die Mischung aus bombastischem Gruselklang und Discokugel-Pop stammt von Burtons Lieblingskomponisten Danny Elfman. Und für die Rolle der Hexe konnte er die so großartige wie schaurige Eva Green gewinnen. Dass Burton gerade seine weiblichen Stars – darunter auch Michelle Pfeiffer als Matriarchin Elizabeth Collins – umwerfend inszeniert, versteht sich von selbst.

Nicht zuletzt das tolle Ensemble macht aus „Dark Shadows“ einen herrlich ironischen Kino-Spaß, an dem letztlich nur eines zu kritisieren ist: Für einen Film von Tim Burton ist er einen Tick zu gefällig. Etwas dunkler und abgründiger hätten diese Schatten schon sein dürfen.

Michael Schleicher

Rubriklistenbild: © Warner Brothers/dapd

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