"Me too": Wo die Liebe hinfällt

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Auch das Begehren gehört dazu: Daniel (Pablo Pineda) hat das Down-Syndrom. Das bedeutet aber nicht, dass er sich nicht verlieben kann.

Ohne verschämte Betroffenheit: Der Kinofilm „Me Too“ erzählt, wie sich eine Frau und ein Mann mit Down-Syndrom verlieben. Hier können Sie den Trailer zum Film sehen.

Daniel (Pablo Pineda) ist anders. Das spürt der kleinwüchsige Mann seit seiner Geburt. Er leidet am Down-Syndrom – aber in die Gemeinschaft der anderen Behinderten passt der kluge, belesene Kerl auch nicht. Als einziger Europäer mit Down-Syndrom, der ein Universitätsstudium vorweisen kann, ist er (wie vermutlich auch sein Darsteller Pineda, der auch ein Uni-Diplom hat) überall ein Außenseiter.

Als Daniel sich am Arbeitsplatz, einer Behörde für Menschen mit Behinderung, Hals über Kopf in die flatterhafte Kollegin Laura verliebt, beginnen die Schwierigkeiten erst richtig. Mit großer Unbefangenheit erzählen die spanischen Regisseure Álvaro Pastor und Antonio Naharro von einer etwas komplizierteren Liebesgeschichte. Die Kamera ist manchmal entwaffnend direkt, die Dialoge sind unbefangen und originell.

Verschämte Betroffenheit kommt nie auf, wenn Daniel seiner Laura auf die seidig-blonden Haare oder sie ihn auf dem Betriebsfest vernaschen will. Behutsam und wohl dosiert beschreibt „Me Too“ das Näherkommen eines höchst ungleichen Paares. Ebenso genau beobachten die Filmemacher, wie die Umwelt auf dieses reagiert. Wie herablassend, borniert, überfordert und ohne jedes Verständnis sich die Menschen zeigen. Sogar jene, die von Berufs wegen souveräner mit Behinderten umgehen müssten. Der Kern von Daniels Problem ist der Sex, der Personen mit physischer oder psychischer Beeinträchtigung nicht zugestanden wird. Behinderte werden infantilisiert und so entsexualisiert. Pastor und Naharro sprechen dies zwar an. Blenden aber die entsprechende Szene doch im entscheidenden Moment aus.

Ulrike Frick

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