Trotz 35 Minuten Überlegung

WWM: War die Millionenfrage etwa zu einfach?

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Leon Windscheid konnte als 14. "Wer wird Millionär?"-Kandidat alle Fragen richtig beantworten.

Köln - Leon Windscheid gewann am Montag 1.000.000 Euro und ist damit der zehnte reguläre Hauptgewinner der Sendung "Wer wird Millionär?". Aber war die Millionenfrage zu einfach?

Drei Sendungen dauerte das Intermezzo von Leon Windscheid bei "Wer wird Millionär?" an. Mit Happy End:

Am Ende ging der 27-Jährige mit dem Hauptgewinn von einer Millionen Euro nach Hause.

Bei seinem dritten Auftritt stand "nur" noch die 15. und letzte Frage aus. Kandidat Windscheid bat Moderator Günther Jauch im Voraus schon, lediglich die Frage zu stellen und keine Antwortmöglichkeit vorab zu geben, um vielleicht eine Tendenz ableiten zu können. Der Wunsch des Kandidaten wurde erhört und ausschließlich diese Frage erschien: „Aus insgesamt wie vielen Steinchen besteht der klassische von Ernö Rubik erfundene Zauberwürfel?“

Entscheidungsfindung dauert knapp 35 Minuten

Einige Minuten rätselte der BWL-Doktorand mit tatkräftiger Unterstützung von Jauch bis seine Lösung von 148 Steinchen feststand. Zu erwähnen ist, dass der Rechenfehler des Moderators außer Acht gelassen werden kann. Laut Jauch ergibt 72+48 nur 116 und nicht 120. Somit kam Windscheid auf 148 und nicht 152 Steinchen. Denn anschließend wurden die Auswahlmöglichkeiten freigegeben: A: 22, B: 24, C: 26 und D: 28

Windscheid schlug die Hände über den Kopf zusammen. Seine Lösungsidee von 148 bzw. 152 war weit verfehlt. Erneut bat er Jauch um Hilfe - diesmal um tatkräftige - und formte mit seinen Händen sowie denen des Moderators einen Würfel und tüftelte an der richtigen Antwort. Knapp 35 Minuten dauerte die Entscheidungsfindung insgesamt, bis er Antwort C einloggen ließ. Die stimmte - es folgten grenzenlose Freude, Umarmungen und Konfettiregen. 

Darf man die Millionenfrage logisch lösen können?

Nun stellt man sich als Zuschauer die Frage: Darf man die Millionenfrage logisch lösen können? Aufgrund der Vorgaben von 22, 24, 26 oder 28 Steinchen kann es nur ein Würfel mit drei Reihen sein und bei richtiger Rechnung erhält man 26 Steinchen. Somit kommt man per Ausschlussverfahren, wie vom Kandidaten vorgemacht, auf den Drei-Reihen-Würfel und per richtiger Rechnung auf die Lösung. Aber ist der Gedankengang wirklich eine Millionen Euro wert? Hätte die für die Fragen verantwortliche Firma nicht zumindest die Antworten 152, 98, 56 und 26 für Würfel mit sechs, fünf, vier und drei Reihen vorgeben müssen? Auch Kandidat Windscheid ging zunächst von einem Würfel mit sechs Reihen aus.

"Wie schwierig eine Quizfrage zu beantworten ist, kann immer nur subjektiv beurteilt werden. Um bei uns Millionär zu werden, sind schließlich nicht unbedingt Fachkenntnisse gefragt, sondern eine gute Portion Allgemeinwissen, Kombinationsgabe und Mut", teilte ein Sprecher des Fernsehsenders RTL der Bild mit. 

Woher stammen die Fragen und wie erfolgt die Einordnung in die Gewinnstufen?

Die Fragen für die Quiz-Sendung werden von einem zehnköpfigen externen Redaktionsteam erarbeitet. Für die deutschen Fragen ist die Firma Mind the Company verantwortlich. Ideen für mögliche Fragen entstehen beispielsweise beim Lesen von Zeitungen. Hat ein Redakteur eine neue Frage gefunden und die Antwort durch das Studium mindestens zweier unabhängiger Quellen (wie etwa der Brockhaus-Enzyklopädie, des medizinischen Wörterbuches Pschyrembel, Chroniken wie "100 Jahre Olympische Spiele" und Internetquellen) auf ihre Richtigkeit geprüft, stellt er sie ins System und schlägt einen Schwierigkeitsgrad zwischen 1 (Einstiegsfragen) bis 10 (Millionen-Frage) vor. Um Doppelungen zu vermeiden, sind alle bisher gestellten Fragen in einer Datenbank gespeichert. 

Anschließend diskutieren und bestimmen unter anderem Mitarbeiter von RTL sowie der "Wer wird Millionär?"-Produktionsfirma Endomol in zwei Sitzungen über die Schwierigkeitseinstufung. Nach Abschluss wird die Frage im Computer gespeichert. In der Sendung selbst werden die Fragen von einem Zufallsgenerator ausgewählt.

Leon Windscheid kann also nichts für die Debatte um die Schwierigkeit der Millionenfrage. Er hat Fachkenntnisse, Allgemeinwissen, Kombinationsgabe und vor allem auch Mut bewiesen und verließ die Sendung nach seinem drittem Auftritt zurecht mit einem Gewinn von einer Millionen Euro. 

Lesen Sie auch: Wurde die Millionenfrage überhaupt richtig beantwortet?

Hier geht es zu den Fragen und Antworten bis zur Millionen-Frage.

deu

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