Kinotrailer und Filmkritik

"Der letzte Mentsch": Auf der Suche nach Identität

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Mario Adorf sucht als Holocaust-Überlebender Marcus Schwarz in "Der letzte Mentsch" nach seiner Identität.

Berlin - Vor allem wegen der beiden Hauptdarsteller Mario Adorf und Katharina Derr ist „Der letzte Mentsch“ einen Kinobesuch wert.

Seit seiner Jugendzeit heißt er Marcus Schwartz. Die Erinnerungen an seine jüdische Kindheit als Menachem Teitelbaum hat er erfolgreich verdrängt und im hintersten Winkel seines Herzens fest verschlossen. Nachdem er die Hölle der Konzentrationslager überlebt hat und der Krieg zu Ende war, wollte Marcus Schwartz nie wieder an die Jahre davor erinnert werden: an das Grauen der Nazizeit nicht und an die ermordeten Familienmitglieder ebenfalls nicht.

Erst jetzt, im Alter, interessiert sich Schwartz (Mario Adorf) plötzlich für seine jüdischen Wurzeln und möchte auf einem jüdischen Friedhof seine letzte Ruhestätte finden. Doch um dies zu organisieren, muss er sich in „Der letzte Mentsch“ erst mit der Bürokratie herumschlagen – und die verlangt Belege, Beweise und beglaubigte Urkunden. Die sind nicht ganz einfach zu beschaffen, wenn keiner mehr lebt, der die Identität von damals bezeugen kann. Marcus/ Menachem macht sich auf den Weg in seine Geburtsstadt in Ungarn. Allerdings nicht alleine. Die junge Türkin Gül (Katharina Derr), die nach einem Streit mit ihrem Freund in sein Auto steigt, begleitet ihn.

Ein ruppiger Alter auf der Suche nach seiner Vergangenheit, und eine patzige Junge auf der Suche nach ihrer Zukunft – beide auf der Suche nach einer wie auch immer gearteten Identität: Regisseur Pierre-Henry Salfatis Geschichte erscheint zwar konstruiert und in manchen Szenen arg schematisch. Sein Film funktioniert aber grundsätzlich gut. Was vor allem an den beiden, sich hervorragend ergänzenden Hauptdarstellern Adorf und Derr liegt.

Ulricke Frick

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