Mal wieder das Weichei

"Macho Man" ist wenig "Macho" und noch weniger "Man"

„Macho Man“ funktionierte als Buch – auf der Leinwand leider nicht. Regisseur Christif Wahl lässt den Stereotypen ihren freien Lauf und bringt nichts Neues ans Licht. 

Autor Moritz Netenjakob darf seit Jahren als verlässliche Humor-Instanz in Deutschland gelten. Er schrieb für „Pastewka“ und „Ladykracher“, für „Switch Reloaded“ und „Stromberg“. Sein Roman „Macho Man“ hielt sich monatelang in den Bestsellerlisten. Da lag die Kinoadaption nicht fern. Doch so komisch sich die Geschichte vom Schluffi Daniel liest, der im Urlaub seine Traumfrau kennen lernt und anschließend von ihrer türkischen Familie zum Macho umgepolt wird, so fad ist es, das auf der Leinwand anzusehen.

Das Drehbuch hangelt sich von einem biederen Schenkelklopfer zum nächsten, und zwischendurch vergeht sehr viel Zeit, in der eigentlich gar nichts passiert. Regisseur Christof Wahl gelingt es nicht einmal, die Hauptfiguren lebendig zu gestalten. Klischees bilden in „Macho Man“ eine Orientierungshilfe, daraus speist sich ein Großteil der Gags. Aber Wahl findet keine Möglichkeit, die Stereotypen zu brechen und daraus etwas Neues zu formen. Christian Ulmen kann es auch besser, wie er in diversen Spielfilmen bewiesen hat. Hier spielt er mit erschütternder Lustlosigkeit den x-ten Abklatsch des immer gleichen Weicheis, das man bereits aus „Männerherzen“ und „Becks letzter Sommer“ kennt. Sogar die zauberhafte Aylin Tezel aus dem Dortmunder „Tatort“ hat diesmal jede Lebendigkeit und Frische verloren.

„Macho Man“

Mit Christian Ulmen, Aylin Tezel 

Regie: Christof Wahl

Laufzeit: 98 Minuten

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“ mochten.

ulf

Rubriklistenbild: © dpa

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.