Kampf der Geschlechter

„Next Topmodel“: In Österreich auch Männer dabei

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Larissa Marolt hat im Februar 2009 die Castingsendung "Austria's Next Topmodel" gewonnen.

Wien - Revolution auf dem Fernseh-Laufsteg: Österreich wagt ein Experiment gegen Klischees und schickt in der nächsten Staffel  von „Austria's next Topmodel“ auch Männer ins Rennen.

Wer sich den „Topmodel“-Traum in einer Castingshow erfüllen wollte, musste in Europa bis jetzt drei Eigenschaften haben: jung, schön - und weiblich. Nun setzt das österreichische Fernsehen der Diskriminierung ein Ende: Bei „Austria's Next Topmodel“ flanieren künftig auch Jungs über den TV-Laufsteg. Unter dem Motto „Der schönste Kampf der Geschlechter“ wetteifern neun junge Frauen und neun junge Männer um den begehrten Model-Vertrag.

„America's Next Topmodel“ machte es vor, ProSiebenSat.1-Tochter Puls 4 macht es nach. „Wir haben in Österreich ein großes Potenzial an jungen männlichen Model-Talenten festgestellt und wollten daher die Sendung auch für diese (...) öffnen“, sagt Programmdirektor Oliver Svec. Auch nicht ganz unwichtig: Seit Jahren sehnten sich die Zuschauer(innen) danach, „auch Burschen in der Sendung zu haben und diese auf dem Weg zur Traum-Model-Karriere zu begleiten“.

Bei der zwölften Staffel von „Austria's Next Topmodel“ mit Moderatorin Melanie Scheriau können Fans auch erstmals online über Schmollmünder und Waschbrettbäuche mit abstimmen. In den USA hatten die hübschen Testosteron-Träger der Show neues Leben eingehaucht.

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Ein Stück weit fortgeschritten ist die Gleichberechtigung der Geschlechter im Showbiz hierzulande schon: Bei RTL begibt sich ab nächster Woche zum zweiten Mal eine Bachelorette auf die Suche nach ihrem Traummann - nachdem das zuvor dem Bachelor vorbehalten war.

Mit dem Aufruf an männliche Model-Anwärter scheint das österreichische Fernsehen zumindest in ein Wespennest gestochen zu haben: Unter den 5000 Bewerbern waren fast gleichviele Jungs wie Mädchen - genaue Zahlen verrät der Sender nicht. „Selbst für uns war es sehr erstaunlich, dass die Bewerbungen nahezu ausgeglichen waren“, sagt Puls-4-Programmdirektor Svec.

„Gipfel der Überflüssigkeit“

Mode-Experte Bernhard Roetzel hält es dagegen für den „Gipfel der Überflüssigkeit“, jetzt auch Männer über den TV-Laufsteg zu jagen. „Es setzt nur noch mehr jungen Leuten die Flause ins Ohr, Model werden zu müssen“, meint er. Dass Jungs sich dafür interessieren könnten, „ohne sich der Lächerlichkeit preiszugeben“, sei zwar Trend. An der Realität in der Modebranche ändere die Show aber nichts. „Das ist nur eine weitere mediale Sau, die durchs Dorf gejagt wird.“

Ob die Waschbrettbäuche beim Publikum ankommen und sich beim Live-Finale am 4. Dezember erstmals ein Mann „Austria's Next Topmodel“ nennen darf, ist ungewiss. Denn nicht nur ist der männliche Model-Nachwuchs besonders fachmännischen Blicken ausgesetzt - Juroren der Show sind die Profis Michael Urban und Papis Loveday. Als bei der US-Show „Guys & Girls“ 2013 zum ersten Mal Männer mit von der Partie waren, fiel die Wahl am Ende dann doch auf eine Frau.

dpa

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