Online-Petition

130.000 Zuschauer fordern: ZDF soll Lanz kündigen

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In dem umstrittenen Interview am 16. Januar war Markus Lanz der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht häufig ins Wort gefallen.

Mainz - Eine Onlinepetition zeigt, wie unbeliebt sich Markus Lanz in dem umstrittenen Interview mit Sahra Wagenknecht gemacht hat: Über 130.000 Unterzeichner wollen seinen Abschied vom ZDF.

Bis zu Markus Lanz' nächstem Auftritt im TV dauert es keine drei Tage mehr, da schlägt die Verärgerung um seine letzte Sendung vor einer Woche noch hohe Wellen: In einer Online-Petition haben bislang über 130.000 Unterzeichner erklärt, dass sie den Moderator überhaupt nicht mehr beim ZDF sehen wollen.

Markus Lanz: Darum darf das ZDF ihn nicht feuern

Die am 17. Januar begonnene Petition zeigt, wie unbeliebt sich Markus Lanz in seiner ZDF-Talkshow gemacht hat: In der vergangenen Woche am Montag hatte der 44-jährige die Linken-Vizechefin Sahra Wagenknecht als Gast interviewt und war ihr dabei mehrfach heftig ins Wort gefallen. Grund genug für Zuschauerin Maren Müller aus Leipzig, auf dem Portal openpetition.de ihren Unmut zu erklären: "Ein Moderator, der offenbar große Probleme damit hat, dem politischen Spektrum links von der Mitte mit einem Mindestmaß an Höflichkeit zu begegnen, passt nicht in ein öffentlich-rechtliches Format. [...] Ich fordere das ZDF daher auf, sich von Markus Lanz zu trennen."

3 Millionen Zuschauer sahen die Talkrunde

Eine Meinung, die die Initiatorin offenbar mit zehntausenden Zuschauern in der Bundesrepublik teilt: Allein am Montag verdoppelte sich die Zahl der Stimmen gegen Lanz und schießt seitdem sekündlich in die Höhe. Bei einer Zuschauerzahl von rund 3 Millionen Menschen, die laut Internetportal quotenmeter.de die Sendung sahen, ist die Zahl zwar von einer Mehrheit weit entfernt. Doch der Verdacht liegt nahe, dass viele mit ihrer Stimme auch Protest gegen die von Lanz moderierte Spielshow "Wetten, dass ..?" ausdrücken wollen. Markus Lanz hatte die Sendung im vergangenen Jahr von Entertainer Thomas Gottschalk übernommen und dem ZDF die niedrigsten Quoten aller Zeiten beschert.

ZDF: Sahra Wagenknecht war nach der Sendung nicht unzufrieden

Der Sender selbst stellte sich in einer ersten Reaktion hinter seinen Protagonisten. „Diese Kritik nehmenwir ernst und haben das auch intern diskutiert", hieß es in einer Erklärung. "Die Redaktion und der Moderator hatten im Nachgespräch mit Frau Wagenknecht nicht den Eindruck, dass sie mit der Sendung unzufrieden war". "Kontroverse Diskussionen" seien Bestandteil der Talksendung "Markus Lanz". 

Lanz will sich mit öffentlichen Äußerungen derzeit zurückhalten. Interviews gibt er nach Senderangaben nicht. Seine Management sagte auf Anfrage, er sei derzeit sehr beschäftigt mit den Vorbereitungen zur nächsten „Wetten, dass..?“-Ausgabe. Im Dezember hatte er Rücktrittgerüchte im Interview mit dem „Stern“ zurückgewiesen: „Jetzt aufzuhören, wäre uncool. Schon um ein paar Leute aus der Meute zu ärgern, muss ich weitermachen.“ Allerdings muss die Spielshow an diesem Tag gegen das RTL-"Dschungelcamp" um Zuschauer kämpfen. Welche Konsequenzen das ZDF aus einem denkbaren weiteren Quotentief für seinen Vorzeige-Moderator zieht, bleibt abzuwarten.

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