Kinotrailer und Filmkritiik

Redford und Nolte: Schräges Duo in „Picknick mit Bären“

„Picknick mit Bären“ reicht nicht an die literarische Vorlage heran. Nick Nolte und Robert Redford geben dennoch ein schräges Duo.

Seine gehfaulen Landsleute wollte der US-amerikanische Reisejournalist Bill Bryson zum Wandern animieren. Zu diesem Zweck machte er sich vor über 20 Jahren auf, den 3500 Kilometer langen „Appalachian Trail“ zu bezwingen, der sich von Georgia bis nach Maine erstreckt. Im Schlepptau seinen bekennend unsportlichen Freund Katz, der sich hauptsächlich von Schokoriegeln und Alkohol ernährte. Der daraus entstandene, selbstironische Bericht „Picknick mit Bären“ ist eine wunderbare Beschreibung der Landschaft, der marschierenden Gesinnungsgenossen und des Mysteriums Wandern an sich, zugleich die Bestandsaufnahme einer irgendwie doch unzerstörbaren Männerfreundschaft.

Ken Kwapis („Er steht einfach nicht auf dich“) fertigte aus dem sehr amüsant zu lesenden Buch einen Spielfilm. Der hat im Groben noch mit Bryson und seinen Beobachtungen zu tun, ist aber angereichert mit vielen neuen Zutaten. Die sind mitunter nötig, um aus der launigen Reportage einen Spielfilm zu gießen. Andererseits sind sie schuld daran, dass die Gag-Dichte nicht mehr so hoch ist wie im Buch. Kwapis hat den Humor fast ausschließlich auf Scherzchen zum Thema Geriatrie beschränkt. Dass das nicht sonderlich spaßig ist, merkt der Zuschauer schnell. Obwohl Robert Redford und Nick Nolte sich in Erinnerung an das kauzige Paar Walter Matthau/ Jack Lemmon große Mühe geben, die Schwachstellen des betulichen Drehbuchs zu überspielen.

„Picknick mit Bären“

mit Robert Redford, Nick Nolte

Regie: Ken Kwapis

Laufzeit: 104 Minuten

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Ein verrücktes Paar“ mochten.

Rubriklistenbild: © Alamode Film

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