Das Internet zu Tschirner/Ulmen

Auch Pocher mischt sich ein: "Tatort"-Kritik im Netz

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Nora Tschirner, Stephan Grossmann und Christian Ulmen (v.l.n.r.) im Tatort "Fette Hoppe".

Weimar - Gleich drei frühere MTV-Stars ließ der MDR in seinem Weimarer Tatort "Fette Hoppe" auftreten. Sie machten aus der Ermittlung eine Krimi-Parodie. Lustig oder nicht? So diskutiert das Netz.

Ist die "Generation MTV" inzwischen reif für den Tatort, wenn ihre einstigen Idole mitspielen und dabei unernst tun? Der MDR ließ es auf einen Versuch ankommen: In der am zweiten Weihnachtsfeiertag ausgestrahlten Folge "Fette Hoppe" ermittelten die hochschwangere Nora Tschirner und Christian Ulmen als Ermittler- und Liebes-Paar Dorn und Lessing hinter Palina Rojinski her, die als Fremdenführerin Nadine Reuter auf Highheels Touristen durch die deutsche Kulturstadt schleuste.

Ansonsten ging es in dem Weimarer Tatort hauptsächlich um die Wurst - und um zahlreiche Wortwitze der Ermittler, denn die Folge mit drei früheren MTV-Moderatoren war eigentlich eine Tatort-Parodie. Ob die bemühte Selbstironie nun Klamauk oder klasse war, darüber sind die über acht Millionen Zuschauer geteilter Meinung.

Zunächst scheinen manche verunsichert, was sie da sahen - und machen sich im Internet Luft: Auf der Facebook-Seite des Tatorts fragt etwa User Rudi Rüssel: "Aber echt... das ist doch hier 'ne Ver**sche, oder?", woraufhin ihn andere über den Parodie-Charakter der Folge aufklären. Aber nur weil sie nicht ernst gemeint ist, wird sie für viele noch nicht lustig. Con Nie vermutet: "Evtl. hat sich einfach der Humor mit der neuen Generation geändert? Also meiner ist das nicht. Lachen konnte ich nur ein mal - aber ich weiß schon nicht mehr wo rüber". Userin Heike D. urteilt (in Original-Rechtschreibung): "Ne, dass hat nichts mit einem 'Generationskonflikt' zu tun. Entweder ist ein Krimi gut oder schlecht. Dieser Tatort-Krimi war schlecht."

Der "Tatort" wühlt sogar Rollenklischees auf

Bei manchem kommen gar uralte Ressentiments zum Ausbruch: "Es ist doch so einfach: Ist der Drehbuchautor ein Mann, dann wird es gut, ist sie eine Frau, dann vergiss es", so Rolf H. R. auf Facebook.

Andere sind hingegen begeistert: "bester! #tatort! bislang! tolle story, tolle dialoge, biiiiiiiiiiitte mehr! das rettet das deutsche tv und bringt @DasErste junge zuschauer!", jubelt Alex Nieschwietz auf Twitter. Auch User Klandestin hat sich ganz "köstlich amüsiert". Tatsächlich gefällt der "Schmunzel-Tatort" (Dennis Kahl auf Twitter)wohl vor allem den Zuschauern, die die Schauspieler mögen und sich davon Spaß statt Story erwarteten. Twitter-User Konsumkind formuliert zugespitzt:"Der heutige #Tatort verhält sich zum sonstigen Tatort, wie Austin Powers zu James Bond."

Nur Oliver Pocher ist nicht dabei

Auch Volker Z. hätte wohl lieber einen ernsten Krimi gesehen. Er vermutet im Hinblick auf die Schauspieler: "Bald gibts noch nen Tatort aus Grevenbroich mit Horst Schlämmer und Mirja Boes." Twitter-User falschaussage macht Vorschläge für eine Neubesetzung: "Idee: Tatort mit Joko und Klaas als Pathologen, Stefan Raab als Kantinenchef und Tschirner, Schweiger und Ulmen als Kommissare." Selbst Komiker Oliver Pocher mischte sich ein und seufzt zum Schein auf Twitter: "Ich bin der Letzte... der noch nicht in einem #Tatort mitspielt...".

Dazu gibt es in der Stadt Weimar vorerst auch keine Gelegenheit: Ein neuer Fall des Duos "Dorn/Lessing" ist beim MDR beschlossene Sache. Der Sender erhofft sich damit einen Beweis seiner "Spielfilmkompetenz". Wer nicht lachen kann, muss dann abschalten.

est

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