Film der Woche

Üppig kostümierte Zeitreise in "Saphirblau"

Berlin - Mit „Saphirblau“ wird die Verfilmung der Edelstein-Triologie von Kerstin Gier inhaltlich und stilistisch konsequent fortgesetzt. Den Filmtrailer und unsere Kinokritik gibt es hier:

Gwendolyn Shepherd (Maria Ehrich) ist 16, schlagfertig, ziemlich tollpatschig – und hat ein kleines Geheimnis: Sie kann durch die Zeit reisen und gehört einer Geheimloge an, die ihre Mitglieder auf gut gemeinte Missionen durch die Vergangenheit schickt. Vollends kompliziert wird Gwendolyns Leben allerdings, da auch ihr Schwarm Gideon (Jannis Niewöhner) zum selben Verein gehört, und sie diverse Aufträge für die Loge mit ihm gemeinsam erledigen soll – in den unterschiedlichsten Epochen und schillerndsten Kostümen.

Die so genannte „Edelstein-Trilogie“ von Kerstin Gier umfasst die Romane „Rubinrot“, „Saphirblau“ und „Smaragdgrün“. Die Fantasy-Jugendbuchreihe avancierte, vergleichbar mit der „Twilight“-Serie der US-Autorin Stephenie Meyer, rasch zum Kult. Giers Edelstein-Bücher gingen bisher millionenfach über den Ladentisch und wurden in knapp 30 Sprachen übersetzt. Die Adaption des ersten Bandes, „Rubinrot“, war vergangenes Frühjahr im Kino zu sehen und geriet trotz des sichtbar knappen Budgets der deutschen Produktion zum beachtlichen Erfolg.

Der Spielfilm „Saphirblau“ knüpft nun inhaltlich wie inszenatorisch nahtlos an den Vorgänger an. Die Beziehung zwischen Gwendolyn und Gideon ist nach wie vor nicht restlos geklärt. So manche familiäre Bindung in Gwendolyns Verwandtschaft ebenfalls noch nicht. Bis auf Kleinigkeiten, die aus dramaturgischen Gründen verschoben wurden, hat sich das Regie-Duo Katharina Schöde und Felix Fuchssteiner an die Vorlagen gehalten.

Für Kenner des Buches dürfte also wenig Überraschung geboten werden, abgesehen von der reizend animierten Figur des kleinen Wasserspeiers Xemerius (gesprochen von Rufus Beck). Alle anderen werden vermutlich trotz der kurzen Einführung zu Beginn eine gewisse Zeit brauchen, ehe sie in die umständliche Geschichte von Kerstin Gier rund um gut gehütete Familiengeheimnisse, Raben, Chronografen, Intrigen und erste Liebe hineingefunden haben. Dabei geben vor allem die jugendlichen Hauptdarsteller Maria Ehrich und Jannis Niewöhner alles. Ihres frischen, ungekünstelten und mitunter sinnlichen Spiels wegen nimmt man Anteil, auch wenn zwischendurch ein wenig zu oft ein paar alte Herren aus der Zeitreisen-Loge über die Weisheit der Welt fabulieren.

Ansonsten funktioniert die Mischung aus Zeitreise-Historien-Krimi und Teenie-Romanze exzellent. Was natürlich an der stimmigen Besetzung liegt. Aber sicherlich auch an der gelungenen, detailversessenen Ausstattung und den herrlich üppigen Kostümen.

Ulricke Frick

Rubriklistenbild: © Concorde Filmverleih

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