„National Gallery“: Schnellkurs in Kunstgeschichte

Der US-Filmemacher Frederick Wiseman dokumentiert den Museumsbetrieb der „National Gallery“ in London nicht nur informativ, sondern auch höchst unterhaltsam.

Tate Modern und Tate Britain, British Museum, Victoria & Albert und viele mehr – über einen Mangel an Museen von Weltrang muss in London niemand klagen. Einem von ihnen, der National Gallery, hat der US-Filmemacher Frederick Wiseman jetzt einen Dokumentarfilm gewidmet, der drei Stunden dauert. Klingt langweilig? Wer Wisemans Arbeit „La Danse“ über das Ballett der Pariser Oper oder „At Berkeley“ über die Elite-Uni kennt, weiß, dass seine Filme nicht nur bilden, sondern auch unterhalten.

In dem ihm eigenen Stil ohne Kommentare und Interviews zeigt der Regisseur in „National Gallery“ Bilder, Museumsbesucher, Führungen, Kunstkurse für Sehbehinderte, Diskussionen über die Ausrichtung des Museums und die Arbeit eines Konservators. Natürlich muss man sich einlassen auf dieses Mosaik aus Eindrücken, langsamen Schnitten und viel Stille. Wer möchte, dem erlaubt „National Gallery“ einen tiefen Einblick in den Kunstbetrieb.

Ganz nebenbei ist der Film auch ein Schnellkurs in Kunstgeschichte und macht dem Kinozuschauer Lust auf einen Besuch dieses Londoner Museums – oder anderer Kunsttempel, zum Beispiel der Münchner Pinakotheken, die mindestens so berühmt sind.

Teresa Dapp

Rubriklistenbild: © Kool

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