"Schönefeld Boulevard":  Liebesstory in Berlins Flughafen-Ödnis

Berlin - Die Tristesse rund um die Berliner Flughafen-Dauerbaustelle scheint auf die Stimmung der 18-jährigen Cindy, ihrer Familie und ihrer Freunde abzufärben. Doch Cindys Sehnsucht nach einem anderen, aufregenderen Leben ist riesengroß.

Die Gegend um den Berliner Flughafen Schönefeld ist ein Unort. Hierher kommt niemand freiwillig – bis auf Cindy (Julia Jendroßek). Die übergewichtige Abiturientin glaubt fest daran, dass nach der Schule alles besser wird. Dann will sie weg, raus aus der Enge daheim. Dabei soll ihr der ältere Bauingenieur Leif (Jani Volanen) helfen.

Schon in ihrem bemerkenswerten Kinodebüt „Kroko“ (2003) beschäftigte sich Sylke Enders mit den Lebenswelten von ins Straucheln geratenden Jugendlichen. Ungeschönte Einblicke in den Alltag junger Menschen verdichtet sie auch in „Schönefeld Boulevard“ mit Handkamera, authentisch kargen Dialogen und sorgfältig gewählten Laien zu einem klugen Film über das Erwachsenwerden. Wie die Großbaustelle des Flughafens stagniert auch Cindys Leben. Benedict Neuenfels hat sich mit seiner Kamera diesem Leben in der Warteschleife angepasst – jedoch ohne zu langweilen. Im Gegenteil. Enders’ Film ist vielschichtig und kunstvoll gesponnen.

Ulrike Frick

Rubriklistenbild: © snacktv

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