Geschichte einer Zwölfjährigen

"Shana - The Wolf's Music": Kluges Pubertätsdrama

München - Nino Jacusso ist mit "Shana - The Wolf's Music" ein kluges Pubertätsdrama geglückt. Das ohne großen Schnickschnack auskommt. Sehen Sie hier den Kinotrailer und die Filmkritik.

„First Nations“ nennt man die indigenen Völker in Kanada. Viele leben in der Provinz British Columbia, auch die Lower Nicola. An sie wandte sich der Schweizer Regisseur Nino Jacusso, um einen möglichst authentischen Jugendfilm zu drehen, eine Adaption von Federica de Cescos „Shana das Wolfsmädchen“. Wer die Bücher der Italienerin kennt, weiß, dass diese gerne starke, junge Frauenfiguren skizziert – meist in Ländern, deren Leben sich von dem in Westeuropa unterscheidet.

Die Geschichte einer Zwölfjährigen, die Nino Jacusso in „Shana“ liebevoll bebildert, kommt ohne großen Schnickschnack aus. Die meisten Darsteller sind Laien, im Umgang mit der Kamera entspannt. Sie gehören zu den Lower Nicola, kennen die Traditionen, aber auch die schwierige Lage der „First Nations“.

Dass sich Jacusso von ihnen inhaltlich führen ließ, befreit sein Jugenddrama von Klischees und Projektionen. Themen wie Perspektivlosigkeit und Alkoholismus hängen nicht wie dunkle Wolken am Himmel und rauben den Figuren jede Hoffnung – und den Zuschauern die Luft zum Atmen.

Obwohl der Film von einem herben Verlust erzählt und die Nöte der „First Nations“ nicht ausklammert, dominieren besinnliche Momente und Szenen von leiser Komik. Wer den Naturmystizismus Federica de Cescos liebt, wird sich so in Landschaftsaufnahmen und Tierszenen verlieren, dass kleine Drehbuchschwächen kaum auffallen. Mit wenigen Mitteln und raffinierten optischen Ideen ist Jacusso ein kluger Jugendfilm geglückt.

Katrin Hildebrand

„Shana – The Wolf’s Music“

mit Sunshine O’Donovan Regie: Nino Jacusso

Laufzeit: 95 Minuten

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Rubriklistenbild: © snacktv

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