Streit über Songauswahl

Shitstorm bei Castingshow "Rising Star"

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Die Jury der RTL-Castingshow "Rising Star" (Sasha, Anastacia, Gentleman und Joy Denalane) fragte verwundert, ob sich die Kandidaten ihre Songs nicht selbst aussuchen durften.

Berlin - Mit der neuen Castingshow „Rising Star“ hat RTL neben mäßigen Quoten auch einen Eklat produziert. Der Grund: Ein Kandidaten-Duo behauptete, es hätte sein Lied nicht selbst aussuchen dürfen.

Auslöser war kurz vor Ende der Show eine Bemerkung des Gitarristen Gustavo, nachdem er mit seinem Partner Micky den Song „Celebration“ gesungen hatte und damit durchgefallen war. "In Zukunft werde er wohl nur noch Songs singen, „die mir gefallen“, sagte er. „Das war nicht ein Song, den wir auf der Liste hatten“, ergänzte Micky.

In der sichtlich irritierten Jury entbrannte eine längere Diskussion, es hagelte Buhrufe und Pfiffe im Studio. Jurorin Anastacia mahnte, ein Künstler sollte keinen Song vortragen, der ihm nicht liege. Moderiert wird die Show von Rainer Maria Jilg, der versuchte zu beschwichtigen.

Am Ende der Sendung kommentierte Jurorin Joy Denalane die Situation mit "Also, ich finde das unmöglich!" - möglicherweise war ihr da nicht bewusst, dass ihr Mikro noch an war und die Zuschauer daheim und im Studio sie hören konnten.

Sehen Sie den Eklat in der RTL-Mediathek (ab der 21. Minute)

RTL versucht zu erklären

In sozialen Netzwerken lösten die "meuternden Kandidaten", wie sie ein Twitter-User nannte, eine Welle der Empörung aus, einen sogenannten Shitstorm. 

Den Zuschauern entging auch nicht, dass die Jury-Mitglieder offensichtlich keine Ahnung hatten, wie die Show funktioniert.

Kritik hagelte es etwa auf der Facebook-Seite von „Rising Star“, wo sich die Fernsehmacher schließlich zu einer Stellungnahme veranlasst sahen. „Um Missverständnissen vorzubeugen, erläutern wir gerne den Prozess der Songauswahl“, hieß es. „Die Talente machen selbst Vorschläge oder sie bekommen Songvorschläge. Entscheiden tun am Ende nur sie selbst.“

Zuschauer glauben den Kandidaten

Doch diese Erklärung überzeugte die Online-Gemeinde nicht, die stattdessen den Kandidaten Glauben schenkte. "Achsoooo, dann haben die Interpreten in der Liveshow gelogen", kommentierte etwa Facebooker Jürgen R. ironisch. Massa Yo fügte hinzu, er könne sich "beim besten Willen nicht vorstellen, dass Gustavo und sein Kumpel sich freiwillig ihr Lied ausgesucht" hätten.

Auch die Songs anderer Kandidaten hätten nicht wirklich ihre wahren Qualtäten zeigen können und hätten nicht zu ihnen gepasst, fanden viele. "Verarsche" nannten das manche und verdächtigten den Sender, er wolle etwas "vertuschen", was er "verbockt" habe.

Angekratzte Glaubwürdigkeit und miese Quoten

Auch das Publikumsinteresse war mäßig. Insgesamt schalteten 1,75 Millionen Zuschauer (7,0 Prozent) ein. Der Samstag war damit noch mauer als der Start am Donnerstagabend, als 2,25 Millionen Zuschauer (8,4 Prozent) dabei waren.

RTL hält trotzdem an der Castingshow fest. „Rising Star bleibt an gleicher Stelle im Programm“, teilte ein Sprecher des Privatsenders am Sonntag mit: „Auch wenn die Marktanteile bei den 14- bis 29-Jährigen mit 18,5 Prozent gut waren, sind wir insgesamt noch nicht zufrieden und arbeiten weiter an der Show.“ Auch die nächsten Ausgaben sind donnerstags und samstags jeweils zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr geplant.

dpa/hn

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