Brutale Hollywood-Action

"Sicario": Kampf gegen Windmühlenflügel

Wild entschlossen – doch kann FBI-Agentin Kate (Emily Blunt) gegen die Drogenbosse kaum etwas ausrichten. Foto: foreman

Denis Villeneuve inszeniert in „Sicario“ brutal und desillusionierend den Einsatz einer Spezialeinheit gegen ein Drogenkartell - Hollywood-Action-Kino in Starbesetzung.

Der Krieg der USA gegen die mexikanischen Drogenkartelle war schon häufiger Spielfilm-Thema. Der frankokanadische Regisseur Denis Villeneuve, Kinogängern seit seinem packenden Thriller „Prisoners“ aus dem Jahr 2013 ein Begriff, nähert sich in „Sicario“ dem Genre in gewohnt knallhart-drastischer Manier. Angesichts von Villeneuves schnell geschnittener, wahnwitziger und rauschhafter Gewaltorgie, besonders zum Auftakt voller Leichen, erinnern frühere Arbeiten zum selben Thema – etwa der oscarprämierte „Traffic“ (2000) – an Unterhaltung für Grundschüler.

Brutal, desillusionierend und vor allem aussichtslos ist der Alltag einer US-Spezialeinheit in „Sicario“. Die FBI-Agentin Kate (Emily Blunt) hofft, gegen die mafiösen Strukturen der Drogenbosse anzukommen. Doch schnell muss die junge Frau erkennen, dass sie diesen Kampf gegen Windmühlenflügel nicht gewinnen kann. Nicht mit legalen Mitteln.

Villeneuve versammelt die Crème de la Crème des gegenwärtigen Hollywood-Actionkinos von Benicio Del Toro bis Josh Brolin in diesem moralisch ambivalenten Thriller voller kaputter Typen und zwielichtiger Existenzen. Das Gespür des Regisseurs für Spannung ist beeindruckend, die Bilder sind absolut atemberaubend, auch wenn die Charaktere oft allzu schematisch erscheinen. 

(In München: Mathäser, Gloria Premium Palast OV, Cinemaxx, Cinema OV, Münchner Freiheit, Atelier dt. und OmU, Eldorado, Gabriel, Museum Lichtspiele OV.)

Ulrike Frick

„Sicario“

mit Emily Blunt, Josh Brolin, Benicio Del Toro 

Regie: Denis Villeneuve Laufzeit: 121 Minuten

Sehenswert 

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