Faszinierender Dokumentarfilm

Der Klang des Urwaldes in "Song from the Forest"

München - Es ist Michael Oberts erster Dokumentarfilm. "Song from the Forest" handelt von dem US-Amerikaner Louis Sarno, der seit 29 Jahren im zantralafrikanischen Dschungel mit den Bayaka Pygmäen lebt. Die Kritik:

Es ist ein Zwiespalt. Natürlich möchte dieser junge Bursche, der das erste Mal die „zivilisierte“ Welt betreten hat, auch etwas aus ihr mitnehmen. Nicht nur Kinderspielzeug, sondern Erwachsenen-Sachen: Waffen, Rucksäcke – all das, was brauchbar ist im Dschungel, aus dem er kommt. Samedi Bokombe – so heißt der 13-jährige Bub, den man in Michael Oberts Dokumentation in einem New Yorker Hotelzimmer sitzen sieht – gehört zu den Bayaka, einem der ältesten Völker der Erde, das in den Regenwäldern Zentralafrikas als Jäger und Sammler lebt. Mitten unter ihnen wohnt seit 29 Jahren Louis Sarno, Amerikaner, 1,90 Meter groß, weiß. Er kam, um die Pygmäenmusik zu erforschen. Und blieb. Der kleine Samedi ist sein Sohn.

Louis hat ihm einst versprochen, ihn einmal mitzunehmen in die Welt, aus der er kommt. In den Großstadt-Dschungel. Wir dürfen die beiden auf ihrer Reise begleiten und erleben das Dilemma mit: Samedi möchte, dass ihm sein Papa alles kauft, was den Leuten daheim eine Hilfe sein kann. Doch der große weiße Mann, der im Dorf als wohlhabend gilt, hat nach all den Jahren in der Wildnis kaum mehr Geld; er kann die Unterstützung, die von ihm erwartet wird, nicht geben.

Und so streift dieses berührende Porträt eines Aussteigers nebenbei die großen Fragen von Entwicklungshilfe, Kulturförderung, Abholzung. All das begleitet von der Musik des Regenwalds. Es lohnt, hinzuhören.

„Song From The Forest“

mit Louis Sarno

Regie: Michael Obert

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kjk

Rubriklistenbild: © Tondowski Films/RealFiction / dpa

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