Eine Tochter nabelt sich ab

"Die unerschütterliche Liebe der Suzanne"

Berlin - Das Familiendrama „Die unerschütterliche Liebe der Suzanne“ war 2013 Eröffnungsfilm der Kritikerwoche bei den Filmfestspielen in Cannes. Besonders beeindruckend ist Hauptdarstellerin Sara Forestier.

Maria (Adele Haenel) und ihre Schwester Suzanne (Sara Forestier) sind unzertrennlich. Seit dem frühen Tod der Mutter erzieht der Vater (François Damiens) die Töchter alleine, und man sieht gleich zu Beginn, wie gut ihm das gelingt. Sekundenlang ist der Blick zwischen Vater und Tochter bei der Ballettvorführung Suzannes, und beide wissen, dass sie miteinander am glücklichsten sind.

Die junge französische Filmemacherin Katell Quillévéré nimmt sich Zeit, ihre klug konstruierte Handlung zu entwickeln. Die Jahre vergehen. Kurze Schwarzblenden zwischen den einzelnen Szenen deuten an, dass Zeit verstrichen ist. Das Mädchen Suzanne wird schwanger – mit siebzehn. Sie stürzt sich Hals über Kopf in eine Liebesbeziehung zu Julien, verlässt mit ihm die Ihren. Bald ist klar, dass sich innerhalb dieser Kleinfamilie zwar alle nach Leibeskräften bemühen, die Dissonanzen aber trotzdem immer deutlicher werden.

Der Trick des Auslassens dominiert den gesamten Film, der ansonsten möglichst realistisch abbildet. So werden oft entscheidende Momente im Leben von Suzanne ausgespart, die Geburt des Sohnes zum Beispiel. Aber auch die Verfolgungsjagd des Liebespaares mit der Polizei. Davon erfährt man erst in der Gerichtsverhandlung. Ohne viel Aufhebens macht Regisseurin Katell Quillévéré dadurch deutlich, wie stark selbst Suzannes Abwesenheit des Leben ihrer Angehörigen beeinflusst.

Besonders beeindruckend an dem Film „Die unerschütterliche Liebe der Suzanne“ ist aber zweifellos Sara Forestier („Das Parfüm“), die in ihrer Intensität absolut umwerfende Darstellerin der Titelheldin.

Ulricke Frick

Rubriklistenbild: © Arsenal

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