Kinotrailer und Filmkritik

"Unknown User": Schocker für Facebook-Twitter-Generation

„Unknown User“ bietet soliden Grusel für 16-Jährige und will vor allem die Facebook-Twitter-Instagram-Generation erreichen. Der Film spielt sich hauptsächlich in Chaträumen ab. 

Jede Zeit braucht ihre Helden. Jede Zeit braucht ihre Horrorfilme. Levan Gabriadze will sehr deutlich der Regisseur sein, der den Schocker für die Facebook-Twitter-Instagram-Generation gedreht hat. Inspiriert durch „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ übt hier der Geist eines Mädchens, das eine Clique durch perfides Cyber-Mobbing in den Selbstmord getrieben hat, grausame Rache.

Gabriadzes Idee ist originell, die gesamte Handlung bis auf kurze Kameraschwenks auf den Computern der miteinander chattenden Freunde darzustellen. Die Unruhe, die er mit seinen nur auf Gesichter und Bildschirm beschränkten Bildern verbreiten will, ist geschickt in Szene gesetzt. Die dafür entscheidenden formalen Grenzen, die ihm Chatleisten, Facebookseiten und Programmoberflächen diktieren, hält er konsequent ein. Der Feind sitzt im Skype-Programm. Daher stehen die jungen Darsteller vor der Herausforderung, im Verlauf des Films immer weniger sprechen zu dürfen und immer mehr chatten, also tippen zu müssen. Das aufmerksam mitzulesen, ermüdet auf Dauer.

„Unknown User“ ist „Blair Witch Project“ für die heute 16-Jährigen, die 1999 gerade erst geboren waren. Ein spannendes Experiment für das Genre, das soliden Grusel bietet – nur ein paar reale Schockmomente zu wenig. 

von Ulrike Frick

„Unknown User“

mit Heather Sossaman 

Regie: Levan Gabriadze 

Laufzeit: 83 Minuten

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Blair Witch Project“ mochten.

Rubriklistenbild: © Universal Pictures/dpa

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